Berlin : Kurzmeldungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

HINTER DEN KULISSEN

Der Rechtsanwalt Michael Braun und der Lehrer Wolfgang Brauer kommen aus verschiedenen Welten. Der Christdemokrat Braun hat seine politische Karriere bei der Jungen Union im bürgerlichen Zehlendorf begonnen. Der PDS-Mann Brauer hat im DDR-Kulturbund Politik gelernt. Beide sitzen im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses, doch es liegt ihnen fern, über dunkelrot- schwarze Gemeinsamkeiten zu schwadronieren. Oder? Am 25. Mai treffen sich Brauer und Braun im „Kieztreff “ in Marzahn. Dort wollen sie über die gemeinsame Verantwortung ihrer Parteien für eine zukunftsfähige, nicht mehr ost-west-getrennte Hauptstadt diskutieren. Der Titel der Veranstaltung: „Good bye, Lenin – was nun, Berlin?“

Der Platz im Parlament, den Peter Strieder frei gemacht hat, wird von Karin Sarantis-Aridas ausgefüllt. Die 58-jährige Sozialdemokratin hat 1989 nicht nur die SPD in der DDR mitgegründet, sondern 2002 auch das Netzwerk „Selbst aktiv – behinderte Menschen in der SPD“. Die Abgeordnete ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Als sie ins Landesparlament nachrückte, hat Sarantis-Aridas bei der Verwaltung des Abgeordnetenhauses einen Parkplatz für ihr Auto beantragt. Und siehe da: Schon zwei Tage später wurde ihr ein Stellplatz gleich neben dem Dienstwagen des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit zugewiesen. Es ist auch immer ein Bediensteter da, der beim Ein- und Ausladen des Rollstuhls hilft. Da sage noch mal jemand was gegen die Parlamentsverwaltung, die als etwas behäbig gilt.

Er ist schwarzgelockt, Mitte 30, und kümmert sich als Referent der FDP-Fraktion des Abgeordnetenhauses um die Migrations- und Sozialpolitik. Dass Murat Tebatebei in Wuppertal geboren wurde, legt sein Name nicht nahe. Am Mittwoch hat der Gelegenheitsraucher am Berliner Bundestagslauf teilgenommen. Etwa 300 Läufer aus Politik, Wirtschaft und Medien haben sich vom Brandenburger Tor aus auf den Weg gemacht. Tebatebai schnitt als erster seiner Altersklasse bravorös ab. Seit der FDP-Fraktionschef Martin Lindner ins Fitness-Studio geht und acht Kilo abgespeckt hat, scheint sich bei den Liberalen sportlicher Ehrgeiz breit zu machen.

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