Kurzschlüsse : Gleissperrung im Hauptbahnhof aufgehoben

UPDATE Auch am Sonntag hat es wieder Störungen am Hauptbahnhof gegeben. Bereits am Sonnabend hatte ein Defekt zu chaotischen Verhältnissen im Berliner Bahnverkehr geführt. Inzwischen läuft der Betrieb wieder wie geplant.

Jörn Hasselmann

Auch am Sonntag gab es wieder Probleme im Hauptbahnhof. Zwei Gleise im Untergeschoss wurden erneut gesperrt. Dieses erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage. Grund sollen technische Probleme in den Oberleitungen sein, die zu Kurzschlüssen führen. Inzwischen sind die Gleissperrungen wieder aufgehoben.

Ein nicht geklärter technischer Defekt hat gestern zu chaotischen Verhältnissen im Bahnverkehr geführt. Um 13 Uhr 48 hatte ein ICE bei Einfahrt in den Hauptbahnhof einen Kurzschluss ausgelöst. Darauf hin wurden die Gleise 1 und 2 im Tunnel gesperrt. Nachdem eine Stunde später ein anderer Zug bei der Einfahrt ebenfalls einen Kurzschluss auslöste, wurden alle vier Gleise Richtung Süden aus Sicherheitsgründen von der Bundespolizei gesperrt, sagte ein Bahnsprecher. Da auf der Stadtbahn derzeit gebaut wird, konnten die Züge nicht auf die Ost-West-Strecke umgeleitet werden und den Hauptbahnhof auf diesem Weg erreichen. Dies verschlimmerte die Situation beträchtlich. Wann der Fehler behoben werden kann, war unklar, vielleicht erst zu Betriebsbeginn am heutigen Sonntag, hieß es.

Mehrere Dutzend Züge wurden deshalb ab gestern Nachmittag aus Westen kommend nach Gesundbrunnen umgeleitet, Fahrgäste mussten dort in die S-Bahn umsteigen. Schwieriger war es für Reisende, die am Hauptbahnhof einsteigen wollten. Sie mussten erst in die langsame S-Bahn steigen, verpassten dadurch ihren Zug. Tausende Reisende waren betroffen, die Bundespolizei wurde eingesetzt, um vor dem Hauptbahnhof den Ansturm verärgerter Fahrgäste zu bewältigen.

Ein Bahnsprecher räumte ein, dass es ein „größeres Problem“ gebe. Dies wurde von der Bahn jedoch nicht bei Auftreten der Störung bekanntgegeben, sondern erst auf Tagesspiegel-Nachfrage bestätigt. Reisende wurden den ganzen Tag lang nicht oder falsch informiert.

Der Grund für den technischen Defekt war am Abend unklar. Die Bahn sprach von Staub, der eventuell Kurzschlüsse ausgelöst haben könnte, die Bundespolizei von Vögeln. Sicher war nur, dass es sich nicht um einen Sabotageakt von Linksextremisten handelte, die schon mehrfach Oberleitungen zerstört hatten. (mit dpa)

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