Berlin : Ladenschluss: Feste und die sieben Shopping-Weekends lassen Geschäfte länger öffnen

Cay Dobberke

In Berlin naht eine groß angelegte Shopping-Saison. Gestern stellten die Läden im Europa-Center am Breitscheidplatz ihre Pläne für einen Sonnabend-Verkauf bis Mitternacht am 28. Oktober vor. Außerdem starten im November die "7 Shopping Weekends". Länger verkauft wird auch schon Ende August und im September.

Am Sonnabend der kommenden Woche öffnen die Potsdamer-Platz-Arkaden bis 21 Uhr zum "Fest der Nationen", das diesmal Frankreich gewidmet ist. Am selben Tag läuft das "Weißenseer Blumenfest", auch dort möchten Händler länger verkaufen. In der City West könnten Läden die "Europarty" (25. bis 27. August) als Anlass nutzen.

Zum Berlin-Marathon am 10. September erlaubt der Senat allen Geschäften den Sonntagsverkauf. Letzmalig in diesem Jahr darf am 1. Oktober sonntags überall verkauft werden. Dafür gibt es drei Anlässe: die Weltmeisterschaft der Friseure, den Kunstmarkt "art Forum" und eine Waffenbörse.

Im Europa-Center heißt die anlässlich der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit geplante Oktober-Aktion "Lange Nacht des Shoppings". Neben Esprit, dem Medienkaufhaus Libro und anderen Mietern macht der Nachbar "Niketown" mit. Man bietet Modenschauen, Auftritte von Sportstars, Lesungen und Musik bis zwei Uhr früh. Auch das Aquarium des Zoos öffnet bis nachts. Die Verkaufserlaubnisse dürften erteilt werden. Allerdings verlangt das Landesamt für Arbeitsschutz ein paar Buden, damit ein Straßenfest gemäß Ladenschlussgesetz vorliegt.

Die "7 Shopping Weekends" im November und Dezember werden von Dutzenden Firmen und Institutionen überregional beworben. "Das wird ein Knüller zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts", meint der Einzelhandelsverband. Im Vorjahr habe die erste Aktion mit mehr als 1500 beteiligten Händlern bis zu 100 000 zusätzliche Touristen angelockt. Zu "Shopping Weekends" erklärt wurden die November-Sonnabende, an denen aus verschiedenen Gründen bis 20 Uhr verkauft werden darf, und die drei vorweihnachtlichen Sonnabende mit Geschäftszeiten bis 18 Uhr. Unklar ist, ob alle Betriebsräte zustimmen. Im KaDeWe wird laut Direktor Volker Weihe noch verhandelt.

Sondererlaubnisse werden Bezirkssache

Derweil steht ein Zuständigkeitswechsel bei den Ausnahmegenehmigungen bevor. Zwar wird der Senat weiterhin verkaufsoffene Wochenenden für alle Läden festlegen, aber zusätzliche Einzelerlaubnisse erteilen ab 2001 die Bezirke. Diese könnten großzügiger verfahren. Bisher gibt es wegen Straßenfesten nur eine Sonntagsverkaufsgenehmigung pro Jahr am selben Ort. Eine zweite Ausnahme setzt eine "überregional bedeutsame" Veranstaltung voraus. Diese Verwaltungspraxis wurde zwar von Gerichten bestätigt, steht so aber nicht im Gesetz. "Das Landesamt nutzt den Spielraum noch nicht aus", findet Tiergartens Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU). Er wünscht sich "individuelle Lösungen", etwa für den Potsdamer Platz.

Einen "Lokalpatriotismus" von Bezirkspolitikern bei Ausnahmen vom Ladenschluss erwartet der Landesvorsitzende der Gewerkschaft HBV, Manfred Birkhahn. "Es wird chaotisch." Aber schon das Landesamt habe die Bestimmungen "weit ausgelegt".

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