Berlin : Ladenschluss: Öffnungszeiten wackeln auch ohne neues Gesetz

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Der Spät- und Sonntagsverkauf breitet sich in Berlin immer mehr aus. An diesem Wochenende beginnt die mit hohen Erwartungen verbundene Aktion "7 Shopping-Weekends", in deren Rahmen voraussichtlich mehr als 1500 Händler länger öffnen werden. Gleichzeitig haben sich die Händler der Wilmersdorfer Straße erstmals auf einen Sonntagsverkauf einigen können, und in Prenzlauer Berg streben Bezirkspolitiker einen späteren Ladenschluss an. Bereits am vorigen Sonnabend hatte die erste "Lange Nacht des Shoppings" im Europa-Center mehr als 100 000 Besucher angelockt. Die gescheiterte Berliner Bundesratsinitiative zur Ausdehnung der Geschäftszeiten dürfte den Trend zu Sonderverkäufen weiter verstärken.

Die stadtweiten "Shopping-Weekends" gelten als die bislang erfolgreichste Verkaufs- und Marketingaktion der Berliner Geschäftsleute. Bei der Premiere im Herbst 1999 kamen nach Angaben der Organisatoren rund ein Drittel mehr Touristen in die Stadt als im Jahr zuvor. Läden, Hotels und andere Betriebe sollen an den Wochenenden rund 200 Millionen Mark mehr Umsatz gemacht haben. Das beeindruckte auch den Senat: Diesmal dürfen alle Läden an den November-Sonnabenden bis 20 Uhr und damit vier Stunden länger öffnen. Im vorigen Jahr war der Ladenschluss zunächst nur bis 18 Uhr verlängert worden. Unverändert blieb die Praxis an den drei vorweihnachtlichen Sonnabenden: Wie seit langem üblich, darf an diesen Tagen bis 18 Uhr verkauft werden.

Die Aktion wird überregional beworben, zum Beispiel durch die Lufthansa. Diese bietet auch besonders preisgünstige innerdeutsche Flüge nach Berlin an (208,92 Mark inklusive aller Gebühren). Auch die Deutsche Bahn hat Sonderangebote, mit dem "Guten-Abend-Ticket" beginnen die Preise für die Fahrt in die Stadt bei 59 Mark. Innerhalb Berlins gibt es sonnabends von 10.30 bis 18.30 Uhr einen kostenlosen "Bus-Shuttle" zwischen bekannten Einkaufsadressen wie dem Stilwerk an der Kantstraße, dem Europa-Center, den Potsdamer-Platz-Arkaden, den Friedrichstadt-Passagen und dem Alexanderplatz.

Jedes der sieben Einkaufswochenenden wurde unter ein bestimmtes Motto gestellt. Am heutigen Sonnabend lautet es "Shopping & Mode", in der kommenden Woche folgt "Shopping & Theater". Im kostenlos erhältlichen Programmheft wurden diverse Veranstaltungen entsprechend geordnet. Einen Zusammenhang mit der Aktion gibt es ansonsten allerdings meist nicht, die Theateraufführungen zum Beispiel hätten ohnehin stattgefunden. Überhaupt beruht die von Dutzenden Unternehmen getragene Aktion auf einer cleveren Kombinationsidee. 1999 hatte der Initiator und Hotel-Chef Michael Zehden die sieben Sonnabende, an denen der Spätverkauf wegen verschiedener Anlässe möglich war, kurzerhand zu den "Shopping-Weekends" erklärt.

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