Berlin : Lächeln light

Der weltumspannende Einheitsdrink Coca Cola suchte für seine kalorienarme Variante einen Werbe-Frontmann

Ariane Bemmer

Am Ende entschieden die elastischen Beine. Die beiden letzten Kandidaten mussten den Jack Rabbit Slims Twist tanzen. Der Tanz aus Pulp Fiction, in dem John Travolta so unvergleichlich federt. Und da ist der eine deutlich besser als der andere. Und deutlich wird auch, dass Männer und Frauen nicht denselben Geschmack haben. Ein älteres Ehepaar im Publikum streitet über den Sieger.

Und die Frau hat Recht. Womit, darf noch nicht gesagt werden. Das gibt es kommenden Sonntag zu sehen. Wenn RTL II die Endausscheidung der „Coke Light Mann Wahl 2003“ zeigt (20.15 Uhr). Aufgezeichnet wurde die Show am Sonntagabend in Spandau. Da mussten zwölf knackige Männer mit vielen Bauchmuskeln und freundlichem Wesen vor einer fünfköpfigen Jury zeigen, ob sie es drauf haben, die Diät-Brause an die Frau zu bringen. Sie waren übrig geblieben nach Auswahlverfahren per Internet. Die letzten zwölf von mehr als zehntausend Bewerbern. Was sie nun noch sein mussten, beschrieb Moderatorin Ruth Moschner in blumigen Worten: ein Hammertyp, ein Mandelhörnchen, ein Zitronenschnittchen. Mindestens.

Gilt es doch, den Fahrradkurier zu toppen. Der radelt derzeit verschwitzt durch die Sonne und löscht seinen Durst mit einer Coke light, dass die Damen im Büro beim Kurierdienst sogleich eine ganze Palette ordern. Angenehme Arbeit also für die Jury, in der Moderatorin Anette Frieer, Mariella Ahrens, Bruno Eyron und Peer Kusmagk und die Sportgymnastin Mgadalena Breszka saßen. Und viel zu klatschen für das Publikum, das aus hübschen Mädchen bestand.

Die erste Aufgabe für die Kandidaten war, etwas persönliches vorzuführen. Irgendwas. Das Publikum wurde aufgefordert, auf den jeden Fall zu klatschen, egal was kommt. Einige Bewerber sangen, das kam nicht so gut an, einer trug ein Gedicht vor und küsste ein Mädchen, einer fuhr auf Inlineskates im Kreis, einer kletterte am Seil, so dass seine Muskeln ganz angespannt waren, einer zerriss sein Hemd, einer warf mit Flaschen und mixte einen Drink. Danach wählte die Jury sechs Kandidaten in Runde zwei.

Dann gab‘s Filmchen, in denen sich die Kandidaten vorstellten, dann gab‘s heimlich gemachte Filmchen aus der Schwimmhalle, wo alle übrig gebliebenen Kandidaten aufgefordert wurden, vom 10-Meter-Brett zu springen. Einer kniff, einer machte einen Köpfer, die anderen sprangen, ohne groß zu murren. Dann musste auch noch gerechnet werden. Eine Bandwurmrechenaufgabe, die keinerlösen konnte. In der vorletzten Runde wurde noch ein heimlich gemachter Film gezeigt: Aufgenommenan der Tür der Disco 90 Grad, wo die Türsteherin die Coke-Männer in spe nicht hineinlassen wollte.

Sag mir einen Grund, warum ich dich reinlassen sollte, fragte sie. Ich will eigentlich nur nach Hause, sagte ein erschöpfter Kandidat. Das klang ein bisschen traurig – und das war dann ein bisschen wie bei „Deutschland sucht den Superstar“, als der schrille Daniel einen Heulkrampf bekam und Moderatorin Michelle Hunziker murmelte, dass sie das alles nicht mehr will.

Aber dann ist die Coke Light Mann Wahl auch schon zu Ende. Silberflitter fliegt durch die Luft, Musik geht an, die ausgeschiedenen Kandidaten lassen den gewählten hoch leben. Alle sind froh. Deutschland suchte den Super-Coke-Mann. Eine schnelle Entscheidung gegen den großen Durst.

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