Lächeloffensive : "Ich bin doch schon freundlich"

Einen Tag nach dem Start der Lächeloffensive des Senats: Der Tagesspiegel hat sich bei Polizisten, Taxifahrern und Busfahrern umgehört. Manche halten die Aktion gar nicht für nötig.

Florian Ernst

Seit Montag läuft die Freundlichkeitsoffensive „Mit Herz & Schnauze“ im Zuge der Hauptstadtkampagne „be berlin“ – mitmachen sollen nach Vorstellung des Senats vor allem Polizisten, Busfahrer, Taxifahrer oder Straßenkehrer. Mit Anstecknadeln versehen sollen sie Ansprechpartner für Touristen sein. Der Tagesspiegel hat sich bei ihnen umgehört, was sie von der Aktion halten.

BVG-Busfahrer Andreas Konrad war überrascht: „Ich bin doch schon freundlich.“ Von der Kampagne hatte er bislang noch nichts gehört. Mitmachen würde er dagegen schon. „Es ist ja auch wichtig, wir sind ja ein Dienstleistungsunternehmen. Die Berliner Schnauze würde er sich dennoch nicht verbieten lassen. „Das ist doch eine Charaktereigenschaft, das kann man nicht einfach abstellen.“

Taxifahrer Bernd Melles findet die Aktion gut. „Ich bin immer freundlich“, sagte er. Nur wenn er selbst als Kunde irgendwo nicht das bekäme, was er wolle, könne er auch schon mal unfreundlich werden.

Josef Cene, Polizeiangestellter im Objektschutz, hatte zwar schon von der Freundlichkeitsoffensive erfahren. Die Anstecker, in Form eines Info-I mit Herz und einer freundlichen Schnauze seien allerdings noch nicht in seiner Dienststelle angekommen. Er werde aber teilnehmen. „Ich würde es anstecken.“ Auch er sieht freilich keinen akuten Bedarf. „Wir geben sowieso immer freundlich Auskunft.“

Taxifahrer Bernd Schirmer möchte sich nicht an der Aktion beteiligen. Die Fahrgäste seien ja auch unfreundlich, besonders Geschäftsleute.

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