LÄNGST PASSÉ : VIP-Klinik und Gepäckstation

Es gibt eine ganze Handvoll Ideen, die keine Chance mehr haben. Darunter die wohl prominenteste, die im Vorfeld der Volksabstimmung zur Zukunft des Flughafens Tempelhof einige Aufregung auslöste.

GESUNDHEITSZENTRUM

Die US-Investoren Ronald S. Lauder und Fred Langhammer wollten einen Großteil des Gebäudes zu einem Tagungs- und Gesundheitszentrum ausbauen. Rund 350 Millionen Euro hätten sie in das Projekt investiert, wenn im Gegenzug zwei Bedingungen erfüllt worden wären: ein staatlicher Bauzuschuss von rund 90 Millionen Euro und die Zusicherung, dass weiterhin Flugzeuge starten und landen können. Beide Bedingungen war der rot-rote Senat nicht bereit zu erfüllen. Bis zu 120 000 Kassenpatienten hätten nach diesen Plänen in Tempelhof behandelt werden können, aber auch viele solvente VIP-Patienten, die mit ihrem Privatjet direkt vor der Klinik hätten landen können.

TERMINAL FÜR BBI

Der Stuttgarter Architekt Hans-Georg Brunnert schlug vor vier Jahren vor, aus dem Empfangsgebäude in Tempelhof den zentralen Eincheck-Terminal für den neuen Flughafen in Schönefeld zu machen. So abstrus die Idee auf den ersten Blick scheint, so plausibel versuchte Brunnert sein Konzept zu erklären: Die Fluggäste geben in Tempelhof ihr Gepäck ab, erhalten ihre Einsteigekarte und danach setzen sie sich in eine U-Bahn, die Tempelhof ohne Umsteigen mit Schönefeld verbinden sollte. Die Trasse für die Bahnstrecke sei auch im Wesentlichen frei, durch alte Güterbahngleise, die nicht mehr oder nur noch teilweise genutzt werden. Unter diesen Gleisen ließe sich leicht der U-Bahn-Tunnel bauen.

HUFEISEN

In einem ersten Ideenwettbewerb gingen 1994 die Büros Hentrich-Petschnigg & Partner (HPP) gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten Seebauer, Wefers und Partner hervor. Sie wollten die geplante Bebauung in Tempelhof in einer großen Elipse anlegen, die sich an die riesigen Flügel des Hauptgebäudes anschließt, in denen sich die Hangars befinden. Die Anordnung sollte das gesamte Flugfeld in Tempelhof umspannen. In der anschließenden Bewertung durch Experten fiel die Planung durch, weil eine Bebauung die „monumentale Herrschaftsgeste“ des Hauptgebäudes eher brechen als noch unterstreichen sollte. oew

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