Lärmschutz : Knaack-Club darf wieder laute Musik spielen

Im Berliner Tradtionsclub Knaack darf jetzt auch wieder nach 22 Uhr gelärmt werden. Das Berliner Verwaltungsgericht entschied erneut gegen die Klagen von Anwohnern.

Die Richter entschieden in einem Eilverfahren, dass der Betreiber eine vom Bezirksamt Pankow verhängte lärmschutzrechtliche Auflage vorerst nicht beachten muss.

Das Bezirksamt hatte den Club-Betreibern Anfang Februar 2010 die Durchführung aller lärmintensiven Veranstaltungen untersagt, insbesondere Konzerte und Diskothekveranstaltungen. Zum Schutz von Anwohnern durfte der Geräuschpegel von 25 Dezibel nicht überschritten werden. Gegen diese Auflage hatte der Betreiber Widerspruch eingelegt.

Die 10. Kammer stellte in der am Dienstag veröffentlichten Entscheidung die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs wieder her. Dabei stützte sich das Gericht auf die Entscheidung einer anderen Kammer von Mitte Februar, in der vorläufig die Nutzung eines bereits fertiggestellten Gebäudes in der Heinrich-Roller-Straße gestoppt wurde.

Investoren hätten das Wohnumfeld prüfen müssen

Die Richter hatten entscheiden, dass ein Wohnbauvorhaben auf einem durch Lärm erheblich vorbelasteten Grundstück als rücksichtslos zu bewerten ist. Auch sei es unverhältnismäßig, fehlende Schallschutzvorkehrungen der Wohnbebauung allein dem bestandsgeschützten „Knaack“-Club anzulasten.

Die Baugenehmigung für das bereits fertiggestellte Haus enthielt laut Gericht keinerlei Hinweise auf den Betrieb des Clubs und sah daher auch keine Lärmschutzauflagen vor. Nachdem der Umbau des Gebäudes fertiggestellt war, beschwerten sich die Bewohner des Wohnhauses über die vom Club in der Greifswalder Straße ausgehenden nächtlichen Lärmbelästigungen.

Der Fall könnte weitreichende Folgen für den Streit um Lärm in verschiedenen Bezirken haben. Allerdings ist gegen den Beschluss eine Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg zulässig. (ho/ddp)

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