Berlin : Lästiger Erfolg

Andreas Conrad

Erfolg bemisst sich im modernen Wirtschaftsleben bekanntlich an der Nachfrage. Jemand hat eine Idee, ein Produkt, ein Angebot – und freut sich, wenn das ankommt. So sehr, dass er sich bemüht, den Erfolg zu steigern und die Idee zu verfeinern, die Produktionszahlen zu heben, das Angebot zu erweitern. Natürlich, es gab und gibt auch andere Lösungen, die Wirtschaft zu strukturieren. Hasst der Anbieter alles Zufällige, setzt er auf Fünfjahrespläne oder Ähnliches, so wird er auf erhöhte Nachfrage mit Verdruss reagieren: Wie können die Kunden es wagen, meine tolle Idee, mein Produkt, mein Angebot über Gebühr in Anspruch zu nehmen? Das sollen die mal schön bleiben lassen, und wenn nicht, sind sie selbst dran schuld, wenn nichts für sie übrig bleibt. Kein Platz für Fahrräder beispielsweise, zu deren Mitnahme ausdrücklich eingeladen wurde, bis das überhand nahm, zur Unsitte wurde – ein unerwünschter Erfolg, mit dem niemand gerechnet hatte. Oder hat die Bahn nur von anderen Branchen gelernt, die ihre Ware erst in kleiner Dosierung und sogar gratis abgeben, bis die Kunden süchtig werden und nicht mehr anders können? Wäre zumindest eine interessante Idee.

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