Berlin : Land unter

Unwetter in Berlin: Airport und U-Bahnhöfe gesperrt

In Berlin gab es gestern Nachmittag wettertechnisch einen kleinen Weltuntergang, und wieder einmal war besonders Wilmersdorf betroffen. An der Bundesallee stieg das Wasser in den Unterführungen derart, dass Autos stecken blieben. In die U-Bahnhöfe Güntzelstraße und Spichernstraße ergoss sich Regen in Strömen über die Treppen und selbst durch die Decke, wegen Stromschlaggefahr machte die BVG die Bahnhöfe der Linie U 9 von 17.30 bis 19.15 Uhr dicht. Zwischen Zoologischer Garten und Walther-Schreiber-Platz fuhren Busse im Schienenersatzverkehr. Wegen des plötzlichen Starkregens ging sogar auf dem Flughafen Tegel zeitweilig nichts mehr: Ab 16.45 Uhr konnten Flugzeuge eine halbe Stunde lang weder starten noch landen, vier Maschinen wurden nach Schönefeld umgeleitet, eine flog nach Leipzig weiter.

Die Feuerwehr war zwischen 17.30 und 19.40 Uhr im Ausnahmezustand, die Beamten mussten zu 100 Unwetter-Einsätzen ausrücken. Das Wasser stand teils einen halben Meter hoch. Auch in Reinickendorf stockten viele Autos, dort prasselten 18 Liter Wasser pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde zu Boden. Die Temperatur fiel von 30 auf 20 Grad.

Eine mittlerweile bei Polizei und Feuerwehr bekannte Überflutungszone ist der Sachsendamm nahe Bahnhof Südkreuz: Dort senkte sich die Fahrbahn, die Straße wurde gesperrt und BVG-Busse umgeleitet. Verkehrseinschränkungen gab es in der ganzen Stadt wegen zahlreicher ausgefallener Ampeln. Wegen eines Blitzeinschlags in eine technische Einrichtung auf dem S-Bahnhof Olympiastadion verkehrte die S 75 in den frühen Abendstunden statt im 10-Minuten-Takt nur noch alle 20 Minuten zwischen den Stationen Westkreuz und Spandau. Gestern Abend vermuteten Polizei und Feuerwehr zeitweilig, dass drei Bauarbeiter auf einem Gerüst an der Ansbacher Straße in Schöneberg von einem Blitz getroffen wurden. Doch es war ein Stromschlag. Zwei Männer überlebten, einer starb. kög

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