• Land wirbt mit Unterstützung von Vattenfall Energiekonzern finanziert Energiespar-Kampagne

Berlin : Land wirbt mit Unterstützung von Vattenfall Energiekonzern finanziert Energiespar-Kampagne

In einer groß angelegten Werbekampagne sollen die Berliner demnächst für die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) begeistert werden. Fast eine Million Euro soll die Aktion kosten. Man wolle damit „die Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung für den Klimaschutz öffentlich vermitteln und damit weitere KWK-Anlagen initiieren“, heißt es in einer Auskunft des Senats an den Grünen-Energieexperten Michael Schäfer. Der moniert, dass die Kampagne maßgeblich von Vattenfall unterstützt wird. Er fürchtet, der Konzern könne die Gelegenheit nutzen, um Stimmung für dessen umstrittenes Kraftwerksprojekt in Lichtenberg zu machen.

Der Vorteil der Technik ist unbestritten: Bei der Stromerzeugung entsteht Wärme. Die wird in KWK-Kraftwerken als Fernwärme abgezweigt und heizt dann Gebäude, statt einfach verloren zu gehen. Die Ausnutzung der Energie kann so von rund 40 auf über 80 Prozent gesteigert werden. Vattenfall wendet dieses Prinzip in seinen Berliner Kraftwerken an. Doch selbst mit KWK blasen besonders Kohlekraftwerke Unmengen des Klimakillers Kohlendioxid in die Luft.

„Wir werden auch darstellen, welcher Brennstoff welche CO2-Relevanz hat“, sagt Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur. Das zu gleichen Teilen von Land, KfW-Bankengruppe, Gasag und Vattenfall getragene Unternehmen verantwortet die 930 000 Euro teure Kampagne. 530 000 Euro kommen aus dem Energiefonds, der beim Verkauf der Bewag angelegt wurde. Den Rest steuern Gasag und Vattenfall bei. Die Energieagentur hatte auch andere Energieversorger gefragt, doch die hätten sich nicht beteiligen wollen. obs

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