Berlin : Landeklappen defekt – Notlandung Alarm in Tegel endete für 189 Urlauber glimpflich

Bange Minuten erlebten am Samstagabend 189 aus Las Palmas heimkehrende Urlauber an Bord einer vollbesetzten Maschine der TUIfly. Weil sich die Landeklappen der Boeing 737-800 nicht ausfahren ließen, mussten sie sich auf eine Notlandung in Tegel vorbereiten. Die Piloten konnten den Jet jedoch sicher landen.

Flug X3 2233 sollte nach rund fünfstündiger Reise pünktlich um 22.55 Uhr in Tegel landen. Doch kurz vor dem Ziel wurden die 189 Passagiere von der Mitteilung aus dem Cockpit aufgeschreckt. Die Flugbegleiter forderten sie anschließend auf, alle beweglichen Gegenstände in den Ablagen zu verstauen, die Sicherheitsgurte eng anzuziehen und sich auf eine harte Landung vorzubereiten. Die an den Notausgängen sitzenden Fluggäste wurden außerdem instruiert, wie die Nottüren geöffnet werden können. Solche Vorsorgemaßnahmen sind in den Sicherheitsbestimmungen vorgeschrieben.

Die normale Landegeschwindigkeit einer Boeing 737-800 liegt bei 260 Stundenkilometern, ohne Landeklappen ist sie deutlich höher. Das erfordert eine längere Ausrollstrecke und ein scharfes Abbremsen nach dem Aufsetzen. Weil sich die Radbremsen dabei stark erhitzen und im Extremfall die Reifen in Brand setzen können, wurde vorsorglich die Flughafenfeuerwehr alarmiert. Um 23.20 Uhr setzte die Boeing auf der Nordbahn auf. Mit 3023 Metern ist sie fast doppelt so lang wie von der 737-800 bei einer normalen Landung benötigt. Mithilfe der Bremsen und der Schubumkehr der Triebwerke brachten die Piloten den Jet sicher zum Stehen und rollten danach zum Flugsteig.

Man habe den Vorfall nicht als Notlandung eingestuft, sagte TUIfly-Sprecher Herbert Euler. Die Besatzungen werden regelmäßig für Landungen ohne Klappen geschult, bestätigte ein Pilot dem Tagesspiegel. Warum die Technik der Landeklappen versagte, wird untersucht. du-

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