• Landes- und Zentralbibliothek: Staatssekretär wirbt erneut für Bibliothek in Tempelhof

Landes- und Zentralbibliothek : Staatssekretär wirbt erneut für Bibliothek in Tempelhof

Der Kulturstaatssekretär spricht sich für den Neubau der Landes- und Zentralbibliothek auf dem Tempelhofer Feld aus. Die Grünen kritisieren den Ort; er sei nicht zentral genug.

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Kulturstaatssekretär André Schmitz wirbt weiter für einen „funktionsgerechten Neubau“ der Landes- und Zentralbibliothek „einschließlich eines zentralen Magazins“. Die Finanzierung dieses Projekts werde in den anstehenden Haushaltsberatungen für 2012/13 behandelt, antwortete er auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Nach aktuellem Planungsstand soll für 250 Millionen Euro ein siebengeschossiger Neubau auf dem Tempelhofer Feld entstehen. In drei Kelleretagen könnten das Magazin und Freihandbestände untergebracht werden. Das 2,7 Hektar große Grundstück am Tempelhofer Damm, unmittelbar nördlich der Stadtautobahn A 100, gehört dem Land Berlin.

Schmitz widersprach der Einschätzung der Grünen, dass dies ein Standort „von geringem Zentralitätswert“ sei. Eine direkte Anbindung an S- und U-Bahn sowie die Autobahn sei in Tempelhof vorhanden. Die Suche nach einem geeigneten Standort sei sorgfältig abgewogen worden. Der Staatssekretär blieb auch bei der Einschätzung, dass die schwierigen Probleme der Berliner Landesbibliothek durch Organisationsreformen nur etwas gemildert, aber nicht gelöst werden könnten. Seit 2005 müssten jährlich 1,8 Millionen Euro für die bauliche Unterhaltung der Amerika-Gedenkbibliothek (Kreuzberg) und die Berliner Stadtbibliothek (Mitte) ausgegeben werden. Allein für die Stadtbibliothek an der Breiten Straße seien im nächsten Doppelhaushalt 2,8 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten angemeldet.

Schmitz wies noch auf den Umzug des Außenmagazins zum Westhafen hin, der keine Dauerlösung sein könne. Die Aufteilung der Landesbibliothek auf mehrere Standorte widerspreche außerdem dem Gedanken der Universalbibliothek, sei benutzerunfreundlich, führe zu hohen Betriebskosten und doppelten Infrastrukturen. Die geplante, aber noch nicht beschlossene „große Metropolenbibliothek“ wird rund 60 000 Quadratmeter Nutzfläche bieten, außerdem 400 Quadratmeter als „Schaufenster“ im Humboldtforum.

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