Landespolitik : Bezirke: Berlin spart Angebote für Jugend kaputt

Jugendliche, die statt im Schülerladen bei Rockern oder Rechtsextremisten landen: Mit drastischen Beispielen warnen die Bezirke den Senat vor weiteren Kürzungen.

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Die Vorsitzenden der bezirklichen Jugendhilfeausschüsse haben in einem offenen Brief an Senat und Abgeordnetenhaus gefordert, Zuschüsse für Jugendeinrichtungen nicht weiter zu kürzen. Andernfalls müssten große Teile der bisherigen sozialen Angebote für Kinder und Jugendliche eingestellt werden. Die jährlichen Kürzungen liegen nach Angaben der Bezirke bei fünf bis acht Prozent, bis zu sieben Millionen Euro jährlich.

In dem als „Brandbrief“ bezeichneten Schreiben an die Senatoren für Finanzen und Jugend und das Abgeordnetenhaus fordern die Ausschussvorsitzenden das Land auf, ein Moratorium zu beschließen und die Zahlungen für Kinder- und Jugendarbeit auf der Höhe von 2011 fortzusetzen. Andernfalls drohe die Gefahr, dass Jugendliche nach der Schließung staatlich finanzierter Einrichtungen in die Fänge gefährlicher Gruppen gerieten.

So sei in Wedding zu beobachten, wie nach der Schließung eines Schülerladens in der Amsterdamer Straße diesen Sommer Jugendliche zunehmend einen nahe gelegenen Treffpunkt einer den Hells Angels nahestehenden Gang nutzten, um sich dort zu treffen – mit der Folge, dass sie „zu kriminellen Handlungen ermutigt“ würden. Und in Schöneweide drohe einer Einrichtung genau in jenem Gebiet die Schließung, in dem Neonazis, Sexualstraftäter und eine Sekte massiv auf Jugendliche zugingen. lvt

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