Abgaben : Zu hohe Kfz-Steuern trotz Rußpartikelfilter?

Die Finanzbehörden berücksichtigen beim Kraftfahrzeugsteuerbescheid nicht automatisch, wer ein Auto mit Rußpartikelfilter besitzt.

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Foto: ddp

BerlinDie Finanzbehörden berücksichtigen eigenen Angaben zufolge beim Kraftfahrzeugsteuerbescheid nicht automatisch, wer ein Dieselauto mit Rußpartikelfilter besitzt. Daher würden womöglich zu hohe Steuern gefordert, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Hinweis auf Angaben der Senatsverwaltung für Finanzen. Nach Informationen der Zeitung sind von den rund 170.000 Kfz-Steuerbescheiden, die das zuständige Finanzamt Pankow/Weißensee in den vergangenen Wochen versandt hat, 20.000 in diesem Sinne falsch.

Betroffen seien Autofahrer, die bis Mitte 2006 einen Diesel-Pkw mit Rußpartikelfilter gekauft haben. In ihren Fahrzeugschein wurde der Filter meist nicht eingetragen. "Das war nicht üblich", erklärt Clemens Teschendorf, Sprecher von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Darum könne diese umweltschonende Tatsache von den Finanzbehörden nicht berücksichtigt werden.

Dies hat laut dem Bericht zur Folge, dass diesen Autohaltern nun der Steueraufschlag von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum berechnet wird, der seit April für Autos ohne Rußpartikelfilter gilt. Die Betroffenen müssten sich jetzt eine Herstellerbescheinigung besorgen und den Filter von der Kfz-Zulassungsstelle in ihren Fahrzeugschein eintragen lassen, empfiehlt der Sprecher. Bürger kritisierten jedoch, dass sie dafür eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 18 Euro zahlen müssten. (mit ddp)

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