Alkoholmissbrauch : Sollte es Schnaps-Sperrzonen im Supermarkt geben?

Berlins Gesundheitssenatorin will dem Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen den Kampf ansagen. Sie plant, dass in Supermärkten Alkohol nur noch in abgetrennten Bereichen angeboten wird, zu denen Jugendliche unter 18 Jahren keinen Zutritt haben. Doch hält das Minderjährige vom Koma-Trinken ab? Diskutieren Sie mit!

jugendlicher alkohol
Supermärkte in Deutschland. Jugendliche können problemlos zugreifen, lediglich an der Kasse könnte nach dem Ausweis gefragt...Foto: ddp

BerlinTrinken bis zum Koma ist unter Jugendlichen zu einem traurigen Freizeitvergnügen geworden. Viele müssen wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden - es gab sogar bereits einen Todesfall in Berlin. Nun will Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) dagegen vorgehen und in Supermärkten Schnaps-Sperrzonen einführen. Denn solange Jugendliche täglich in Lebensmittelgeschäften Alkohol direkt vor der Nase stehen haben, wird sich an deren übermäßigen Konsum kaum etwas ändern, meint sie. "Zumindest Spirituosen in den Läden sollten nur noch in abgetrennten Bereichen im Regal stehen, zu denen unter 18-Jährige keinen Zutritt haben", erklärte Lompscher im Interview mit der "B.Z.". Vorbild sind zum Beispiel Schweden oder Polen, hier wird diese Form des Jugendschutzes bereits praktiziert.

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, zeigt die Statistik: Allein im ersten Halbjahr 2008 hat die Berliner Polizei 650 betrunkene Kinder und Jugendliche aufgegriffen. Und laut einer Befragung der Gesundheitsverwaltung betrinkt sich jeder zweite Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren ein- oder mehrmals im Monat. Zudem ist die Zahl der Alkoholvergiftungen in der Altersgruppe zwischen zehn und 15 Jahren seit 2000 von 55 auf 69 im Jahr 2006 gestiegen, erklärte die Senatorin im Interview. Lompscher fordert darum noch weitere Maßnahmen gegen die Alltagsdroge Nummer 1 unserer Gesellschaft. Ginge es nach ihr, würde sie am liebsten Werbung für Alkohol in Radio und Fernsehen vor 22 Uhr sowie auf Plakaten verbieten, da den Jugendlichen hier suggeriert wird, Trinken wäre super und sei cool. Auch Warnhinweise auf Flaschen mit alkoholhaltigen Getränken, wie es sie zum Beispiel bereits auf Zigarettenschachteln gibt, befürwortet die Senatorin. (imo)

Was meinen Sie? Sollten in Supermärkten Schnaps-Sperrzonen eingeführt werden, um die Zahl der jugendlichen Koma-Trinker zu reduzieren? Oder hilft das Ihrer Ansicht nach nicht gegen den übermäßigen Alkoholkonsum von Minderjährigen? Diskutieren Sie mit und schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel!

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