Anhörung gefordert : Stellenpool soll effektiver arbeiten

Er sei wenig effektiv, kompliziert und verwalte die Verwaltung: Seit seiner Einführung vor fünf Jahren gibt es Kritik am Stellenpool, in den Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst versetzt werden, deren Tätigkeiten als überflüssig angesehen werden. Die Grünen fordern jetzt eine Neukonzeption für den Stellenpool.

Sabine Beikler

Berlin „Er muss sich auf die Personalentwicklung konzentrieren, Mitarbeiter reell vermitteln statt nur zu verwalten“, sagte am Mittwoch Grünen-Haushälter Oliver Schruoffeneger. Auch die CDU hatte kürzlich einen Gesetzesentwurf zur Umstrukturierung des Stellenpools eingebracht. Beide Fraktionen fordern eine Expertenanhörung im Hauptausschuss.

Von 9500 Angestellten, Arbeitern und Beamten, die bisher in den Stellenpool versetzt wurden, seien nur knapp 1600 „wirklich vermittelt“ worden, kritisierte Schruoffeneger. Stellenpool-Chef Peter Buschmann dagegen nennt andere Zahlen: Es seien knapp 4000 Stellen dauerhaft vermittelt. Die Zahlendifferenz rührt daher, dass der Grünen-Politiker Versetzungen von Mitarbeitern in die neu geschaffenen Ordnungsämter und Jobcenter nicht als Erfolg des Stellenpools ansieht. „Diese Mitarbeiter hätte man direkt umsetzen können.“

Auch der Hauptpersonalrat fordert vom Stellenpool eine stärkere Konzentration auf Qualifizierung und Stellenakquise statt reine Verwaltungsarbeit. „Der Stellenpool muss zur Personalentwicklungsbehörde ausgebaut werden“, sagte Hauptpersonalratschef Uwe Januszewski. Zurzeit sind 3724 Mitarbeiter im Stellenpool, von denen 1132 wegen Altersteilzeit oder langfristiger Erkrankungen nicht vermittelbar sind.

Künftig wolle man den Schwerpunkt stärker auf die Weiterbildung der Mitarbeiter legen, sagte Stellenpool-Leiter Buschmann. Er räumte ein, dass der Stellenpool nicht nur mit der Personalentwicklung betraut ist, sondern auch die Aufgabe hat, Stellen abzubauen. Genau das hatte sich Rot-Rot bei der Einführung des Stellenpools auf die Fahnen geschrieben. An der Umsetzung aber hapert es: Es fehlt der Überblick, weil es laut Januszewski immer noch keine berlinweite Personalüberhangsliste gibt. Auch die Koalition sieht beim Stellenpool Reformbedarf. Intern heißt es, dass der Umbau des Stellenpools eine „gute Aufgabe“ für Sarrazins Nachfolger Ulrich Nußbaum sei, der am 1. Mai sein Amt als Berliner Finanzsenator antritt. 

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