Arbeitsmarkt : Wolf und IG Metall fordern gemeinsam Mindestlohn

Berlins linker Wirtschaftssenator Harald Wolf fordert im Einklang mit der IG Metall eine Regulierung der Zeitarbeitsmodelle und die Einführung des Mindestlohns. Die Unternehmen könnten davon nur profitieren, so Wolf.

Parteitag der Linkspartei Berlin - Harald Wolf
Harald Wolf, Wirtschaftssenator von Berlin. -Foto: dpa

BerlinWirtschaftssenator  (Linke) und die IG Metall haben gemeinsam die Einführung von Mindestlöhnen gefordert. Außerdem plädierten sie für die Regulierung von Zeitarbeit. "Wo tarifliche Lösungen oder eine Ausweitung des Entsendegesetzes nicht greifen, muss der Mindestlohn per Gesetz festgelegt werden", teilte Wolf am Samstag mit. Andere Länder in Europa machten das seit Jahren vor und dort funktioniere es.

"Ein gesetzlicher Mindestlohn trägt zur Stabilisierung von Unternehmen bei, weil dadurch ein unsauberer Dumping-Wettbewerb ausgeschlossen wird", fügte Wolf hinzu. Die soziale Lage in der Hauptstadt sei trotz rückläufiger Arbeitslosigkeit angespannt, betonte IG-Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel. Mehr als 80.000 Menschen seien in Berlin auf zusätzliche Fürsorgeleistungen zum "kargen Lohn" angewiesen, da sie sonst nicht das Existenzminimum erreichten. Wolf ergänzte: "Wer die Armut effektiv bekämpfen will, muss auch gerechte Löhne zahlen."

Wolf und Höbel sehen überdies Handlungsbedarf bei der Regulierung von Zeitarbeit. "Wir brauchen dringend die gesetzliche Wiedereinführung der Höchstbegrenzung der Überlassungsdauer sowie die Ausweitung der Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte in den Einsatzbetrieben", unterstrich Höbel. Die IG Metall fordere von den Zeitarbeitsfirmen tarifliche Branchenzuschläge für Leiharbeiter. Damit werde in den Betrieben sichergestellt, dass für gleiche Arbeit auch der gleiche Lohn gezahlt werde, sagt Höbel. (mpr/ddp)

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