Landespolitik : Aus Kaufhaus wird Shopping-Center

Investor kauft Hertie-Gebäude in der Karl-Marx-Straße: Neueröffnung 2009

Das ehemalige Hertie-Kaufhaus an der Ecke Karl-Marx-Straße und Rollbergstraße in Neukölln hat einen Käufer gefunden. Erworben hat das Gebäude der Düsseldorfer Projektentwickler Centrum GmbH mit dem Ziel, daraus ein neues Einkaufszentrum zu machen, wie Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Mittwoch erklärte. Das bundesweit tätige Unternehmen will in Zusammenarbeit mit seinem Partner Comfort Berlin GmbH das Gebäude nicht abreißen, sondern mit einer Glasfassade neu gestalten, wie der Gesellschafter der Centrum GmbH, Matthias Bechtle, erklärte. Das Projektvolumen betrage 70 Millionen Euro. Baubeginn soll im April 2008 sein.

Das zu den Filialen des Konzerns Karstadt-Quelle gehörende Traditions-Kaufhaus wurde Ende 2005 geschlossen und zum Verkauf ausgeschrieben. Zwei Monate später wurde das Haus als „Schnäppchencenter“ wiedereröffnet, um einen langen Leerstand zu vermeiden. Nach dem Umbau des Gebäudes sollen dort fünf Modegeschäfte, eine Drogerie und ein Lebensmittelmarkt angesiedelt werden. Auch das gegenwärtig geschlossene Parkhaus in der Rollbergstraße wird saniert und auf 614 Plätze erweitert. Die Eröffnung ist für den Frühjahr 2009 geplant. Die Vermietung der Läden werde im Spätsommer diesen Jahres abgeschlossen sein, hieß es. Durch das Einkaufszentrum sollen rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Bürgermeister Buschkowsky sieht in dem Interesse des Investitors ein Zeichen für die Vitalität der Gegend. „Eine Investition in dieser Höhe ist der Brummer für uns“, sagt Buschowsky.

Vor knapp sechs Wochen hat der Berliner Senat beschlossen, vorbereitende Untersuchungen zur Festlegung eines Sanierungsgebietes Karl-Marx- Straße durchzuführen. Geprüft wird, inweit die Geschäftsstraße zum Sanierungsgebiet erklärt werden kann. Die Ergebnisse dieser Prüfung würden zum nächsten Frühjahr vorliegen, so Thomas Blesing. Das Gebiet reicht vom Hermannplatz zum S-Bahnhof Neukölln. Auch das ehemalige Gelände der Kindl-Brauerei, wo derzeit Peter Steins Inszenierung von Schillers „Wallenstein“ aufgeführt wird, gehört zum eventuellen Sanierungsgebiet. Ein Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Brauereigeländes sei jetzt abgeschlossen worden, sagte Baustadtrat Thomas Blesing (SPD). Über sein Ergebnis wollte er noch nichts sagen. suz

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