Bauarbeiten : Senat will Straßenbahnnetz weiter ausbauen

Neue Verbindungen zum Kulturforum und zum U-Bahnhof Turmstraße sind durch den Ausbau des Straßenbahnnetzes möglich - allerdings erst im Jahr 2020.

Klaus Kurpjuweit

Der weitere Ausbau der Straßenbahn liefere einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, erklärte der Senat gestern. Deshalb soll das Netz weiter ausgebaut werden. Termine für neue Strecken gibt es aber nicht. Chancen hätten auch die Verbindungen vom Alexanderplatz über die Leipziger Straße und vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße – allerdings wohl erst nach dem Jahr 2020.

Früher soll die Straßenbahn von der Invalidenstraße zum Hauptbahnhof fahren. Der Betriebsbeginn ist für das Jahr 2011 vorgesehen. Ursprünglich sollte hier die Tram bereits zur Eröffnung des Hauptbahnhofs im Mai 2006 rollen. Weil die Planer der Verkehrsverwaltung unter dem damaligen Senator Peter Strieder (SPD) das Genehmigungsverfahren für den Straßenbahnbau mit dem Ausbau der Invalidenstraße für den Autoverkehr verknüpfen wollten, scheiterten die alten Pläne am Widerstand von Anwohnern. Den Tram-Bau unterstützten sie, den Ausbau der Straße nicht. Deshalb musste das Verfahren neu aufgerollt werden.

Jetzt kommt der nächste Schritt. Vom 21. Januar bis zum 20. Februar werden die geänderten Pläne ausgelegt. Sie sehen den Umbau von der Gartenstraße bis Alt-Moabit vor. Zwischen der Gartenstraße und dem Friedrich-List–Ufer soll demnach die Invalidenstraße verbreitert werden, damit dort vier Fahrspuren für die Autos und zwei Gleise für die Tram untergebracht werden können. Bis zur Sandkrugbrücke liegen die Gleise auf der Fahrbahn, danach soll die Straßenbahn eine eigene Trasse erhalten – unabhängig vom Autoverkehr. Auch Radfahrer bekommen eigene Spuren. An der neuen Straßenbahnstrecke gibt es sechs Haltestellen.

Am Nordbahnhof soll an der Einmündung der Caroline-Michaelis-Straße in die Invalidenstraße ein neuer Knotenpunkt im Hauptverkehrsstraßennetz entstehen. Weil sich Anwohner bisher gegen den Ausbau der Straßen gewehrt haben, ist mit Klagen gegen diese Pläne zu rechnen. Ob es dann beim vorgesehenen Eröffnungstermin 2011 für die Straßenbahnverbindung zum Hauptbahnhof bleibt, ist äußerst zweifelhaft. Baubeginn müsste dann nämlich nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung bereits 2009 sein.

Ob die Strecke später bis zum U-Bahnhof Turmstraße verlängert werden soll, wollen die Verkehrsplaner noch in diesem Jahr entscheiden. Dann wird voraussichtlich die Verkehrsprognose für das Jahr 2025 vorliegen. Je nach deren Ergebnis sollen die weiteren Straßenbahnstrecken-Neubauten dann „mittel oder längerfristig“ umgesetzt werden, heißt es bei der Stadtentwicklungsverwaltung.

Ein Weiterbau der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße wäre dann aber wohl auch das Aus für die Pläne, eines Tages die U-Bahnlinie 5 vom Hauptbahnhof bis zur Turmstraße zu verlängern. Die U 5 würde dann auf Dauer am Hauptbahnhof enden. Oder die Planer entscheiden sich für eine ganze andere Verlängerungsstrecke. Eine positive Kosten-Nutzen-Bewertung hatte die U 5 nur beim Bau bis zur Turmstraße erhalten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben