Bebauungspläne : Kampf ums Spreeufer

Die Initiative "Mediaspree versenken" will mit einem Bürgerbegehren Bürokomplexe am Spreeufer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg verhindern. Das auffälligste Bauprojekt ist die O2-Arena am Ostbahnhof.

Christian Meyer hat vor dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg alle Hände voll zu tun, Fragen zu beantworten. Sogar, was er von Hartz IV halte, wird der Geschäftsführer von „Mediaspree“ gefragt. Die Frage macht deutlich, dass hier Ideologien aufeinanderprallen, denn alles, worauf Meyer antworten kann, sind Fragen zu den Bauvorhaben am Spreeufer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. „Alle haben das gleiche Interesse: dass sich der Uferbereich belebt, einen reinen Bürokomplex will niemand“, verteidigt er die bisherigen Planungen.

„Mediaspree“ vertritt 20 Investoren und Grundstückseigentümer in Spreenähe. Das auffälligste Projekt ist die 17 000 Zuschauern Platz bietende O2-Arena auf dem Gelände zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof. Sie feiert in diesem Monat Richtfest. Weitere Projekte entlang der Spree sollen noch entstehen. Zu hoch und zu dicht am Wasser, findet die etwa 25 Aktive zählende Initiative „Mediaspree versenken“ und übergab am Mittwoch Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Bündnis 90/ Die Grünen) die Unterlagen für ein Bürgerbegehren. „Spreeufer für alle“ proklamieren sie und fordern: Die Neubauten sollen einen Abstand von 50 Metern zum Spreeufer einhalten, die Traufhöhe von 22 Metern soll eingehalten werden, und es soll keine neue Autobrücke über die Spree geben.

Durch das Bürgerbegehren soll der Planung für das Spreeufer eine neue Richtung gegeben werden, sagt Carsten Joost von der Initiative. 5400 Unterschriften sind dafür nötig. „Wir sehen gute Chancen“, verkündete Werner Reh von der Initiative. Sollten sich deren Pläne durchsetzen, könnte es von Seiten der Investoren zu Schadenersatzforderungen kommen, fürchtet das Bezirksamt und schätzt diese auf etwa 165 Millionen Euro. Gestern Abend sollte die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg über das Thema diskutieren. mj

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