Berlin : Kardinal unterstützt Reli-Volksbegehren

Ethik kann den konfessionellen Unterricht nicht ersetzten, meint Kardinal Georg Sterzinsky und unterstützt deshalb die Unterschriftensammlung des Volksbegehren "Pro Reli".

Sterzinsky
Kardinal Georg Sterzinsky unterstützt das Volksbegehren "Pro Reli". -imago

BerlinKardinal Georg Sterzinsky hat zum Start des Volksbegehrens "Pro Reli" erneut eine Gleichbehandlung von Ethik- und Religionsunterricht in Berlin gefordert. "Ethik ersetzt nicht den konfessionellen Unterricht", sagte der Erzbischof der Berliner Zeitung (Montagausgabe).

Nach seinen Angaben ist seit der Einführung des Faches Ethik die Zahl der Schüler im katholischen Religionsunterricht ab der siebten Klasse um 20 Prozent gesunken. An neun Schulen gebe es gar keinen Religionsunterricht mehr. Der Kardinal kündigte an, das am selben Tag beginnende Volksbegehren für ein Wahlpflichtfach Religion zu unterschreiben und um Unterstützung zu werben.

Zugleich äußerte sich der Kardinal im Streit um das Fach Ethik kompromissbereit. "Wenn Katholiken in den Ethikunterricht eingeladen werden, werden sie sich dem nicht verweigern." Sie bestünden "allerdings auf einer Kooperation auf Augenhöhe".

"Pro Reli" braucht mindestens 170.000 Stimmen

Die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren "Pro Reli" sollte am Vormittag in Berlin beginnen. Innerhalb von vier Monaten müssen die Befürworter rund 170.000 Unterschriften zusammentragen, damit das Volksbegehren "Wir wollen Wahlfreiheit! Für die Einführung des Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion!" erfolgreich ist.

Der Ethikunterricht war zum Schuljahr 2006/2007 in allen siebten Klassen des Landes Berlin als Pflichtfach eingeführt worden und soll bis 2010 bis zur zehnten Klasse ausgedehnt werden. Religion kann lediglich freiwillig zusätzlich belegt werden. Mit dieser Regelung geht Berlin bundesweit einen Sonderweg. (kk/ddp)

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