Berlin-Mitte : Millionengeschenk für Investor am Spreedreieck

Da die erteilte Baugenehmigung für ein Hotel und Bürohaus nicht den Vereinbarungen des Kaufvertrags entspricht, purzelt am Spreedreieck der Preis. Das Land Berlin beglückt den Eigentümer offenbar mit einem Nachlass in Millionenhöhe.

BerlinDa auf dem Grundstück der Friedrichstraße 100 eine weniger große Bebauung erlaubt ist als ursprünglich zugesichert, darf sich der Eigentümer nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" auf einen kräftigen Preisnachlass freuen. Der im Jahr 2006 vereinbarte Preis von 13,5 Millionen Euro für das 3.931 Quadratmeter große Grundstück gegenüber dem Spreedreieck vermindert sich wegen der geringeren Baumasse um rund eine Million Euro auf 12,5 Millionen Euro, heißt es.

Weil sich Berlin zudem verpflichtet hat, die Kosten für die Altlastenbeseitigung zu übernehmen und Gründungsmehrkosten zu tragen, drohen weitere Ausgaben. Im Kaufvertrag steht, dass das Land von dem Vertrag zurücktreten kann, wenn "die zu erstattenden Kosten 95 Prozent des Kaufpreises" übersteigen.

Finanzverwaltung ist zufrieden

Die Senatsverwaltung für Finanzen wollte sich zu Einzelheiten des Vertrags unter Verweis auf dessen Vertraulichkeit nicht äußern. Behördensprecher Matthias Kolbeck sagte aber, es sei "nicht unüblich", dass in einem Kaufvertrag spätere Zu- oder Abschläge vereinbart werden, falls eine höhere oder niedrigere Bebauung genehmigt werde, als bei Vertragsabschluss vorgesehen. Auch sei es - abhängig von den Umständen des Einzelfalls - nicht unüblich, dass der Verkäufer eines Grundstücks "Risiken in Bezug auf Altlasten oder Gründungsmehrkosten" übernehme.

Mit dem Verkauf des Grundstücks Friedrichstraße 100 sei die Finanzverwaltung "insofern zufrieden, als dass für diese problematische Liegenschaft nach mehreren erfolglosen Verkaufsversuchen im Bieterverfahren ein Verkaufspreis über dem Verkehrswert" erzielt werden konnte. (rope/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben