Berlin : Rattenfang-Prämie für Arme spaltet FDP

Beim Flaschen sammeln neben dem Pfandgeld auch noch Prämien für gesammelte Ratten verdienen? Mit diesem Vorschlag hat sich FDP-Politiker Henner Schmidt ins politische Aus befördert. Der liberale Fraktionschef hat sich öffentlich von der "Fangprämie" distanziert.

Berlin Der Berliner FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Lindner hält nichts von der Idee seines Stellvertreters Henner Schmidt, die Rattenjagd in Berlin mit einer "Fangprämie" von einem Euro zu belohnen. "Ich halte den Vorschlag von Schmidt zur Bekämpfung der Rattenplage für äußerst unglücklich und ungeeignet", sagte Lindner am Dienstag. "Hinzu kommt, dass von Teilen der Medien der falsche Eindruck erweckt wurde, dem Kollegen Schmidt sei es um den gezielten Einsatz von Armen zur Bekämpfung der Rattenplage gegangen", sagte Lindner. "Ich bin aber froh, dass Schmidt den entstandenen falschen Eindruck sehr schnell korrigiert hat."

Unter Schlagzeilen wie "Der Rattenfänger von Mitte" oder "Arme sollen Ratten jagen" hatte Schmidts Vorschlag für Aufsehen in den Boulevardzeitungen gesorgt. Der FDP-Chef des Bezirks Mitte hatte am Montag dem "Berliner Kurier" gesagt, die Rattenplage in Berlin müsse stärker bekämpft werden. "Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen." Einen solchen Antrag wolle die FDP-Fraktion am Donnerstag in das Bezirksparlament einbringen.

Nach Angaben aus der FDP-Fraktion hat der 44-jährige Abgeordnete in weiteren Stellungnahmen klargestellt, dass er keinesfalls arme Menschen und Sozialhilfeempfänger zur Rattenjagd verpflichten wollte. Es sei ihm immer nur um freiwillige Aktionen, um bürgerschaftliches Engagement gegangen, um die Ratten zu bekämpfen. Konkret hatte Schmidt eine Treibjagd von vielen Freiwilligen im Kreis auf dem Alexanderplatz vorgeschlagen. Dort registriert das Bezirksamt wegen der vielen Tiefbaumaßnahmen besonders viele aufgescheuchte Nager. (saw/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben