Berliner CDU : Monika Grütters als neue Chefin im Gespräch

Nach dem überraschenden Rücktritt des umstrittenen Berliner CDU-Vorsitzenden Ingo Schmitt am Mittwoch könnte die Bundestagsabgeordnete Monika Grütters offenbar seine Nachfolgerin werden.

Monika Grütters
Monika Grütters: Wird sie die Neue in der Berliner CDU? -Foto: dpa

Berlin"Ich werde mich der notwendigen Neuausrichtung der Berliner CDU nicht verweigern, aber ich strebe den Landesvorsitz nicht an", kommentiert Grütters die Nachricht. Allerdings dementierte sie, dass sie der RBB-Abendschau ein Ergebnis aus der Findungskommission mitgeteilt habe. Durch die Dynamik der Ereignisse will der CDU-Vorstand bereits an diesem Donnerstag in einer Sondersitzung über das weitere Vorgehen beraten. Das bestätigte CDU-Generalsekretär Bernd Krömer. Dabei soll Schmitts Stellvertreter Joachim Zeller zum Interims-CDU-Chef bestimmt werden.

Knapp vier Wochen nach Ausbruch eines erneuten Machtkampfs in der Hauptstadt-Union um die Parteiführung legte Schmitt am Mittwoch überraschend sein Amt nieder. Darüber waren weder Partei noch Fraktion informiert. Mit dem Rücktritt Schmitts wird der vierte CDU- Chef in Berlin seit 2001 nach Querelen abgelöst. 14 Tage zuvor war schon Friedbert Pflüger als Fraktionschef abgewählt worden.

"Es wird schwer, nach innen erneuernd zu wirken"

Grütters betonte, sie habe dem RBB lediglich gesagt, die Kommission, die einen neuen CDU-Chef suchen soll, habe sie gebeten, über den Landesvorsitz "nachzudenken". Solange sich die Kultur des Umgangs miteinander in der Partei nicht ändere, werde eine solche Entscheidung schwer. "Ich weiß, dass die Berliner CDU nach draußen ein Signal des Aufbruchs senden muss", sagte die 46-jährige Kulturexpertin. "Doch da ich die Partei sehr gut kenne, weiß ich auch, wie schwer es werden wird, nach innen erneuernd zu wirken."

Sie gehe davon aus, dass bei der Sondersitzung an diesem Donnerstag nur Zeller als geschäftsführender Parteivorsitzender eingesetzt werde. Ein neuer CDU-Chef könne dann in aller Ruhe beim vorgezogenen Parteitag Ende Februar 2009 gewählt werden.

Die Nachfolge müsse "schnell und vernünftig gelöst werden"

Nach RBB-Informationen hat der neue Fraktionsvorsitzende Frank Henkel, der selbst als Kandidat für den Parteivorsitz gehandelt wurde, Grütters als CDU-Chefin vorgeschlagen. Henkel sagte dazu, "ich beteilige mich nicht an Personalspekulationen." Er habe jedoch immer gefordert, dass die Nachfolge "schnell und vernünftig" gelöst werden müsse. Zudem wisse jeder in der Partei, "dass ich mich mit Monika Grütters gut verstehe."

Schmitt sagte, "um alle Verantwortlichen zu einer schnellen Lösung zu bewegen, habe ich mich entschlossen, mit sofortiger Wirkung das Amt des Landesvorsitzenden zur Verfügung zu stellen". Für eine Stellungnahme war der 51-Jährige sonst nicht zu erreichen. Nach dem Machtkampf mit Pflüger hatte Schmitt sein Amt ursprünglich erst Ende Februar 2009 vorzeitig räumen wollen. "Die Berliner CDU dankt Ingo Schmitt für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit", teilte Krömer mit.

Schmitt unterstützte Pflüger nicht

Der erneute Machtkampf war Anfang September von Pflüger ausgelöst worden, der Schmitt beim Parteitag im Mai 2009 an der Parteispitze ablösen wollte. Pflüger als bis dahin unumstrittener Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl 2011 wollte so die Kräfte der CDU bündeln. Schmitt unterstützte ihn nicht und trug durch sein Krisenmanagement zusammen mit den traditionell starken Kreischefs zur Eskalation des Konflikts bei. (sba/dpa)

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