Berliner CDU : "Nahverkehr in schwerster Krise seit dem Krieg"

Die Berliner CDU sieht den öffentlichen Nahverkehr Berlins kurz vor dem Kollaps, auch die Grünen werfen dem Senat Versagen vor: Wowereit lasse sich von der S-Bahn auf der Nase herumtanzen.

Die Senatsverkehrspolitik „versinkt im Chaos“ und der öffentliche Personennahverkehr „steht vor dem Kollaps“, sagte CDU-Verkehrsexperte Oliver Friederici am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Neben der S-Bahn habe auch die BVG zunehmend Probleme. Der Senat müsse endlich erklären, wie er die „schwerste Krise des öffentlichen Nahverkehrs seit Ende des Zweiten Weltkriegs“ beenden wolle.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop warf dem Senat vor, dieser lasse sich von der S-Bahn bei den Nachverhandlungen zum Verkehrsvertrag „auf der Nase herumtanzen“. Die Leidtragenden seien die Menschen in der Stadt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sei in dieser Frage ein „Ankündigungsweltmeister, nicht aber ein Macher und Entscheider“.

Die Berliner S-Bahn fuhr am Donnerstag erneut mit einem weiter eingeschränkten Fahrplan. Statt der vor Wintereinbruch eingesetzten 416 Viertelzüge, die sich aus je einem Doppelwagen zusammensetzen, waren am Donnerstagmorgen einem Bahn-Sprecher zufolge 340 Viertelzüge im Einsatz. Laut Berliner S-Bahnvertrag muss die S-Bahn 562 Viertelzüge einsetzen.
Seit dem Wintereinbruch am vergangenen Donnerstag kam es infolge eines Wartungsstaus zu zahlreichen Zugverspätungen und -ausfällen.

Auf mehreren Linien wurde der Verkehr durch kürzere Fahrzeuge oder längere Taktzeiten weiter eingeschränkt, nachdem das Angebot bereits seit eineinhalb Jahren reduziert ist. Auch im vergangenen Winter hatte es große Probleme bei der S-Bahn gegeben. (dapd)

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