Berliner Nahverkehr : Streik bei der BVG - wie geht es weiter?

Verschnaufpause für BVG-Kunden: die Gewerkschaft Verdi will den Verkehrsbetrieben "Zeit zum Nachdenken" geben. Dennoch könnte es noch diese Woche zu weiteren Streiks kommen.

Bertram Küster
BVG
U-Bahn in Berlin. Bessert die BVG ihr Angebot nicht nach, kommt es wohl zu weiteren Streiks. -Foto: ddp

39 Stunden Streik: Der Arbeitskampf der BVG Mitarbeiter hat die Berliner am Freitag kalt erwischt. Fast die komplette Belegschaft der Berliner Verkehrsbetriebe hatte die Arbeit niedergelegt. Am Samstag nahmen Busse, Trams und U-Bahnen pünktlich um 15 Uhr wieder Fahrt auf. Doch wie geht es weiter?

Zunächst wird die Gewerkschaft Verdi den Warnstreik am Montag auswerten. Am Dienstag soll die Tarifkommission dann das weitere Vorgehen beraten. Bis Freitag plant Verdi keine weiteren Streiks. Für den Fall, dass bis dahin kein "verhandelbares Angebot" vorliegt, droht die Gewerkschaft mit weiteren Arbeitsniederlegungen. Den Arbeitgebern solle so "Zeit zum Nachdenken" gewährt werden, teilte Verhandlungsführer Frank Bäsler mit. Endgültig entscheidet die Tarifkommission an diesem Dienstag darüber.

Bislang sieht es nicht danach aus, dass die Verhandlungsführer vom Kommunalen Arbeitgeber Verband (KAV) einlenken und ein neues Angebot vorlegen. Eine neue Verhandlungsrunde ist erst für den 18. Februar vorgesehen. Gut möglich, dass die Berliner Ende dieser Woche erneut auf alternativen Wegen zur Arbeit finden müssen.

Teurer Streik für die BVG

Verdi fordert Gehaltserhöhungen von acht bis zwölf Prozent für alle rund 11.500 BVG-Mitarbeiter. Das Angebot der Arbeitgeber liegt deutlich darunter. Beschäftigte, die seit 2005 eingestellt wurden sollen bis 2010 sechs Prozent mehr Lohn erhalten.

Der Berliner Senat spart durch den Warnstreik mehrere hunderttausend Euro, bestätigt BVG-Sprecherin Petra Reetz gegenüber dem Tagesspiegel. Für die Höhe des Verlusts sei neben der Zahl nicht verkaufter Fahrscheine der Verkehrsvertrag ausschlaggebend, nach dem der Senat für nicht erbrachte Leistungen kein Geld an die BVG zahlen muss. "Dagegen rechnen wir natürlich die streikbedingten Einsparungen, etwa bei Löhnen und Strom", sagte Reetz. Genaue Zahlen will die BVG vorerst nicht öffentlich machen.

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