Berliner Politik : HINTER DEN KULISSEN

Lucy Redler gibt nicht auf, André Schmitz freut sich.

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Redler

Sollte der Sozialismus doch noch einmal siegen in diesem Land, dann dürfte Lucy Redler daran einen wichtigen Anteil haben. Die frühere Frontfrau der Berliner WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) hat mit einigen Brüdern im Geiste einen neuen Aufnahmeantrag bei der Linken gestellt. Vor einem Jahr waren Redler und ihre Mitkämpfer nicht genommen worden und auch an der Bundesschiedskommission der Linkspartei gescheitert. Dort urteilte man über die Frau mit den ganz festen Überzeugungen und ihre Mitstreiter, Lucy Redler und dem Berliner WASG-Mann Sascha Stanicic sei durchaus zuzutrauen, dass sie sich nicht an Parteitagsbeschlüsse hielten. Lucy Redler hatte ihre Skepsis gegenüber der Fusion von WASG und PDS zur Linken nie verhehlt. Schon bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2005 war sie mit der WASG in Konkurrenz zur PDS angetreten. Nun begründen Redler, Stanicic und drei andere Mitglieder der Sozialistischen Alternative ihren erneuten Aufnahmeantrag abermals radikal: „Wir wollen mit unserem Eintritt auch den Flügel stärken, der weiteren Regierungsbeteiligungen mit SPD und Grünen, die zu Sozialabbau und Privatisierung führen, eine Absage erteilt.“

Als Kulturstaatssekretär ist André Schmitz ganz generell für das Gedenken in Berlin und speziell für allerlei Mauergedenkstätten und -orte in der Hauptstadt zuständig. In einer Stadt wie Berlin, in der seit relativ kurzer Zeit relativ viele Leute die Mauer vermissen, und sei es auch nur als Touristenanschauungs- und Vorzeigeobjekt, ist das kein leichter Job. Er wird ein bisschen angenehmer, wenn Leute mit- und sozusagen selbstständig gedenken. Staatssekretär André Schmitz freute sich deshalb seinem Sprecher zufolge ganz besonders, als er am Freitagmorgen am Rosenthaler Platz in Mitte eine Inschrift an einem Haus bemerkte, die zuvor etliche Monate lang von einem Baugerüst verdeckt war: „Menschlicher Wille kann alles versetzen. Dieses Haus stand früher in einem anderen Land.“ wvb.

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