Berliner Schulen : CDU-Wirtschaftsrat fordert mehr Geld für Schulen

Der Berliner CDU-Wirtschaftsrat fordert den Landesverband der eigenen Partei auf, den Bildungssenator stärker unter Druck zu setzen. Die Bildungseinrichtungen bröckelten und schimmelten vor sich hin. Es mangele an Lehrern. Die Schulverwaltung finanzierte noch nicht einmal "Klopapier für alle".

BerlinDer Landesverband Berlin-Brandenburg des CDU-Wirtschaftsrates hat den Zustand der Berliner Schulen als "nicht hinnehmbar" kritisiert. "Lehrermangel mit der Folge von Unterrichtsausfall sowie schlechter technischer Zustand der Gebäude und Unterrichtsräume sind der beklagenswerte Standard", sagte der Landesvorsitzende Claus-Peter Martens. Die CDU müsse den Senat und Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) stärker als bisher in die Pflicht nehmen.  Der Wirtschaftsrat der CDU ist ein bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband mit derzeit rund 10.000 Mitgliedern, der 1963 gegründet wurde.

Am Montag veranstaltet die CDU-Fraktion zusammen mit dem Verband einen gemeinsamen Bildungsgipfel. Martens forderte, "endlich einen ausreichenden Personalbestand bei Lehrkräften und sonstigem Personal zu sichern". Er kritisierte weiter, dass Schulen, die um 16 Uhr vom Hausmeister abgeschlossen würden, weder für Aktivitäten der Schüler noch für Interessen der Eltern zur Verfügung stünden.

Martens: 80 Millionen Euro ist ein tropfen auf den heißen Stein

Im Zusammenhang mit dem Zustand der Gebäude erinnerte der Landesvorsitzende daran, dass die Schulverwaltung selbst den Sanierungsbedarf an den 750 Schulen auf rund 950 Millionen Euro beziffert habe. Das Konjunkturpaket im Umfang von 50 Millionen Euro habe die Mittel zur Sanierung von Schulgebäuden und -sportanlagen gerade einmal auf 80 Millionen Euro aufgestockt. Das sei "ein Tropfen auf den heißen Stein" und könne den dramatischen Substanzverlust nicht aufhalten. Gerade die aktuelle Wetterlage zeige mit Heizungsausfällen und Rohrbrüchen, dass der "Verfall" weiter voranschreite.

Weiter monierte Martens, dass die Schulverwaltung "nicht einmal mehr in der Lage" sei, die Forderung von Eltern und Schülern nach "Klopapier für alle" zu erfüllen. Wenn der Hauptstadt-Bonus auch künftig noch ziehen und Berlin weiter als Magnet für Talente und Kreative wirken solle, sei es unabdingbar, ein konkurrenzfähiges Bildungsangebot zu machen, fügte der Landesvorsitzende hinzu. (ml/ddp)

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