Berliner Schulen : Zöllner: Wachschutz löst die Probleme nicht

Bildungssenator Jürgen Zöllner sieht bis auf Ausnahmefälle keine Notwendigkeit für einen privaten Wachschutz an Berliner Schulen. 21 Neuköllner Schulen haben bereits Interesse angekündigt.

Jürgen Zöllner
Der Bildungssenator: Jürgen Zöllner ist gegen private Aufpasser an Schulen.Foto: ddp

BerlinBildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sieht keine Notwendigkeit für einen privaten Wachschutz an Berliner Schulen. Der Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten könne in Ausnahmesituationen zwar angemessen sein, hierdurch würden die Probleme generell jedoch nicht gelöst, sagte Zöllner während der Bildungsdebatte im Berliner Abgeordnetenhaus. Der SPD-Politiker verwies darauf, dass lediglich etwa zehn Prozent der Angriffe an Lehranstalten von schulfremden Jugendlichen verübt würden. Im vergangenen Schuljahr habe es 174 Vorfälle dieser Art gegeben.

Der Bildungssenator rief die Schulen auf, statt einen Wachschutz zu beauftragen, Kooperationsvereinbarungen mit der Berliner Polizei zu schließen. Er verwies darauf, dass solche Übereinkünfte aber nur an Schulstandorten mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial notwendig seien. Nach seinen Angaben hat sich die Zahl der Kooperationsvereinbarungen zwischen Polizei und Schulen in Berlin von Dezember 2006 bis heute von 26 auf 66 erhöht. 14 weitere Vertragsabschlüsse seien in Vorbereitung.

Ab dem Beginn des Schuljahres 2007/2008 können Neuköllner Schulen privaten Wachschutz beantragen. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) begründete den Schritt unter anderem damit, dass es immer mehr Vorfälle gebe, bei denen Gewalt von außen in die Schule getragen werde. Laut Zöllner haben 21 Neuköllner Schulen Interesse an einem privaten Wachschutz angemeldet. (mit ddp)

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