Berliner Senat : "Peinlich, peinlicher, Sarrazin"

Die Äußerung von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) über einen von ihm persönlich akzeptierten Mindestlohn von fünf Euro ist bei der Linken auf Unverständnis gestoßen. Sarrazin mache "mit einem Spruch die Arbeit von Monaten zunichte."

Berlin Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat mit einer Äußerung zum Mindestlohn ein heißes Eisen angefasst und ist damit beim Koalitionspartner auf Unverständnis gestoßen. "Wir nehmen ihn eigentlich nicht mehr ernst", sagte die Linksfraktionsvorsitzende Carola Bluhm der "Berliner Zeitung" . "Peinlich, peinlicher, Sarrazin", sagte sie in Anlehnung an dessen Aussage "Dumm, dümmer, PDS". Bluhm warf dem Finanzsenator auch vor, seit mehr als einem Jahr beispielsweise die Besetzung von freien Stellen in den Jugendämtern für den Kinderschutz durch externe Bewerber zu blockieren. Sarrazin verweise dabei immer auf das Personal im Stellenpool, kritisierte die Fraktionsvorsitzende.

Linke-Parteichef Klaus Lederer sieht dem Blatt zufolge Handlungsbedarf bei Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD): "Ich erwarte, dass der die Fünf-Euro-Bemerkung klarstellt." Lederer kritisierte zugleich, dass der Finanzsenator "mit einem Spruch die Arbeit von Monaten zunichte" mache.

Senatssprecher: Es bleibt bei 7,50 Euro Mindestlohn

Sarrazin hatte dem Politikmagazin "Cicero" auf die Frage nach seinem persönlichen Mindestlohn gesagt: "Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag". Dabei geht er vom Nettolohn aus. Senatssprecher Richard Meng betonte am Dienstag, der Senat trete für einen Mindestlohn von 7,50 Euro ein, "dabei bleibt es".

Sarrazin hat mit provokanten Äußerungen in der Vergangenheit schon mehrfach für Aufregung gesorgt. So erntete er Anfang des Jahres für seinen Speiseplan für "Hartz IV"-Empfänger Kritik - auch aus den eigenen Reihen. (küs/ddp)

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