Bildung : Hochschulen lehnen "Super-Uni" ab

Gestern trafen sich Vertreter der Hochschulen und der Politik, um Zöllners Plan einer Elite-Uni zu diskutieren. Heraus kam, dass keine Universität den Vorschlag verwirklichen will. Dennoch soll die Koopreation untereinander weiterentwickelt werden.

BerlinDie Präsidenten der drei großen Berliner Universitäten lehnen die Pläne von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) für eine sogenannte Super-Uni ab. Wie der Präsident der Technischen Universität (TU), Kurt Kutzler, heute sagte, besteht in dieser Frage "Dissens mit dem Senator, da die institutionelle Form dieser Einrichtung die drei großen Universitäten schwächen würde". Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs von gestern Abend.

Zu dem Treffen waren auf Einladung Zöllners neben den Präsidenten von TU, Humboldt-Universität (HU) und der zur Elite-Universität gekürten Freien Universität (FU) sowie der Universität der Künste (UdK) auch Spitzen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen gekommen. Dazu zählten Vertreter der Max-Planck-Gesellschaft, des Helmholtz-Instituts und der Leibniz-Gemeinschaft. Zöllner hatte bei dieser Gelegenheit den Wissenschaftlern seine am Montag öffentlich vorgestellten Pläne zur "Super-Uni" dargelegt. Kutzler sagte: "Wir stehen diesem Vorhaben nicht positiv gegenüber."

Dagegen forderte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Ernst Theodor Rietschel, heute im RBB-Inforadio, bestehende Bedenken gemeinsam auszuräumen. Er glaube, es werde darauf ankommen, den Universitäten nicht ihre Autonomie zu nehmen.

Einigkeit herrschte laut TU-Präsident mit Zöllner darüber, "Kooperationspotenziale der Wissenschaftslandschaft weiterzuentwickeln, zu pflegen und zu schöpfen". Zum Thema "Super-Uni" sei eine Arbeitsgemeinschaft verabredet worden, die bis zum Jahresende ein gemeinsames Meinungsbild erarbeiten und eine Lösung finden wolle. (mit ddp)

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