Bildungspolitik : Pflüger will Hauptschulen abschaffen

Nach Klausurtagung in Neuruppin ändert die CDU-Fraktion ihren Kurs: Berichten zufolge sollen die Hauptschulen abgeschafft, Studiengebühren eingeführt und Wohnungsbaugesellschaften verkauft werden.

Michael Stürzenhofecker
Friedbert Pflüger Foto: ddp
"Hauptschulen sind in Berlin nur noch Restschulen", meint CDU-Fraktionschef Pflüger. -Foto: ddp

BerlinDer Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger lud am Wochenende zur Klausur ins brandenburgische Neuruppin. Von den 37 Abgeordneten erschienen 36 und stellten zusammen mit ihrem Chef die Weichen für den zukünftigen Weg der Opposition. In Neuruppin verständigten sich die Berliner Konservativen auf  eine Abkehr von der bisherigen Bildungs- und der Entschuldungspolitik. Damit vollziehen sie eine Annäherung an die Grünen: Auch die CDU-Fraktion spricht sich für eine Abschaffung der Hauptschule aus und fordert die Einführung des Hamburger Konzepts der Bezirksschulen.

In Hamburg wird es neben den Gymnasien ab dem Schuljahr 2009/10 nur noch Stadtteilschulen geben, an denen auch das Abitur gemacht werden kann. Ein Modell, das auch die Berliner Grünen befürworten. Sie verfolgen diese Idee seit Jahresbeginn und zeigen sich erfreut über den Kurswechsel der Berliner CDU: "Wir vernehmen mit Interesse, dass die Berliner CDU sich dieses Themas annimmt", sagte Grünen-Fraktionschefin Eichstädt-Bohlig der Berliner "tageszeitung". Die Linkspartei hingegen signalisierte, dass Stadtteilschulen nicht die Gesamtschulen ersetzen können.

"Die Hauptschule ist nur noch eine Restschule"

Das Berliner Schulsystem, sagte Pflüger, sei "krisengeschüttelt". Zusammen mit den Grünen soll die Regierung nun mit einem "Masterplan Bildung" unter Druck gesetzt werden. "Die Hauptschule ist nur noch eine Restschule" sagte Pflüger zur "Berliner Zeitung". Demnach besuchten nur 8,6 Prozent aller Berliner Kinder die Hauptschule. Zum Vergleich: In Bayern sind es rund 30 Prozent. Auch der FU-Präsident Dieter Lenzen soll auf der Klausurtagung das zweigliedrige Schulsystem unterstützt haben.

Wie es scheint, orientiert sich Pflüger damit in Richtung Jamaika-Koalition. Auch die Fraktionsmitglieder unterstützen den 'Schmusekurs im Spagat' mit den Grünen und der Berliner FDP. So hat etwa die CDU angekündigt, auf sozialverträgliche Studiengebühren zu drängen. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung gäbe es keinen anderen Weg. Zudem sprach sich Pflüger dafür aus, die Wohnungsbaugesellschaften zu verkaufen. "Wir wollen als Opposition eine seriöse Finanzpolitik machen", erklärt er seine Ideen der "Berliner Zeitung".

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