Buschkowsky als Nachfolger? : 68-jähriger Innensenator Körting hält sich nicht für amtsmüde

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hatte kurzerhand Heinz Buschkowsky als Thronerben für Ehrhart Körting ins Spiel gebracht. In der SPD findet diese Idee wenig Resonanz. Auch nicht bei Körting selbst.

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Der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) muss auf einen keineswegs amtsmüden Innensenator blicken.
Der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) muss auf einen keineswegs amtsmüden Innensenator blicken.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Mit dem überraschenden Vorschlag, den Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) nach der Wahl 2011 zum Innensenator zu ernennen, hat der SPD-Sicherheitsexperte und Abgeordnete Tom Schreiber die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht. Denn es ist keineswegs ausgemachte Sache, dass der langjährige Innensenator Ehrhart Körting (SPD), obwohl 68 Jahre alt, nach der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011 in Pension geht.

In Parteikreisen wird seit längerem kolportiert, dass Körting noch viele innenpolitische Pläne habe, das gelte auch für das Thema Integration. Dem friedlichen Zusammenleben mit den Muslimen in Berlin gelte das besondere Engagement des Sozialdemokraten. Die Idee des Genossen Schreiber hielt Körting für nicht kommentierenswert, ließ aber ausrichten: „Ich habe nicht den Eindruck, dass ich einen amtsmüden Eindruck mache."

SPD-intern wurde der Vorschlag des durchaus geschätzten Genossen Schreiber, der seit 2006 im Landesparlament sitzt und am vergangenen Wochenende erneut nominiert wurde, stillschweigend zur Kenntnis genommen. Auch bei der Weihnachtsfeier des SPD-Kreisverbands Treptow-Köpenick, dem Schreiber angehört, blieb der originelle Personalvorschlag ein randständiges Thema. „Er hat mal einen Stein ins Wasser geworfen“, sagte ein Parteifreund, der wiederum darauf tippt, dass der Neuköllner Bürgermeister eher ein Buch schreiben würde als in den Senat einzuziehen.

Im mehrheitlich linken Kreisverband Pankow sorgte der „Testballon mit Buschi“, wie es hieß, für „allgemeine Erheiterung“. Im Roten Rathaus, wo der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sitzt, der Senatsmitglieder ernennen und entlassen darf, wurde das Thema übergangen. Senatssprecher Richard Meng sagte dazu nichts. Ohnehin zieht der Regierungschef und Spitzenkandidat Wowereit auch in den nächsten Wahlkampf nicht mit einem Schattenkabinett, sondern mit dem amtierenden Senat.

Bei den Lesern des Tagesspiegels hat der Vorschlag des SPD-Politikers Schreiber hingegen eine rege Diskussion entfacht. Bei einer Online-Umfrage sprachen sich zwei Drittel der Teilnehmer für diese Idee aus. Viele meinten allerdings, der Mann werde in Neukölln dringender gebraucht, und das ist wohl auch Buschkowskys Position. Er fülle dort sein Amt „schon vom Körperumfang her“ voll aus, meinte ein Leser. Der 62-jährige Kommunalpolitiker kandidiert erneut für das Amt des Bezirksbürgermeisters, sein Kreisverband Neukölln hat ihn einstimmig nominiert. Trotzdem sagen Tagesspiegel-Leser in den Online-Kommentaren, mit Buschkowsky im Team könne die SPD Wählerstimmen gewinnen. Er wäre eine perfekte Ergänzung zu Wowereit, mutig, direkt und ehrlich. Andere wiederum halten Buschkowsky für eine „Windmaschine“ und einen Politiker, der hauptsächlich polarisiere.

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