BVG-Arbeitskampf : Verdi entscheidet am Mittwoch über Streik zu Ostern

Nach fast zwei Wochen Streik fahren U-Bahnen und Busse in der Hauptstadt wieder, obwohl sich die Streikfronten nicht geklärt haben. Der Arbeitskampf ist nur ausgesetzt - als "Signal des "guten Willens".

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Streikpause. Können die Berliner auch über Ostern U-Bahn fahren? -Foto: dpa

Berlin Die Große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi will am Mittwoch endgültig über einen Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) während der Osterfeiertage entscheiden. Das sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler. Zuvor hatte er die Kommission über die am Wochenende gescheiterten Tarifgespräche mit der Arbeitnehmerseite informiert.

Der überwiegende Teil der Kollegen begrüße die Aussetzung des Streiks beim Fahrbetrieb "als Signal des guten Willens an die BVG-Spitze", sagte Bäsler. Für den Wochenverlauf rechnet er jedoch mit zunehmenden Einschränkungen. Dies sei "Absicht". Noch immer habe sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt und kein nachgebessertes Angebot vorgelegt. Die als Paket angebotenen 20 Millionen Euro für zwei Jahre bezeichnete er als Dogma, das die Gewerkschaft so habe nicht akzeptieren können.

Falls Busse oder Bahnen ausfallen, wird es schwierig

Scharf kritisierte der Gewerkschafter BVG-Chef Andreas Sturmowski. "Die Kollegen sind über seine Äußerungen nachhaltig sauer", sagte Bäsler. Sturmowski hatte Verdi vorgeworfen, die Berliner mit dem Streik "in Geiselhaft" zu nehmen. Für Irritationen hätte auch Sturmowskis Mutmaßung über durch Lohnerhöhungen notwendige Preissteigerungen gesorgt.

Am Morgen waren erstmals nach zwölftägigen Unterbrechungen wieder U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse gefahren. Wegen des anhaltenden Ausstands bei Werkstätten und Leitstellen kam es jedoch zu Einschränkungen im Betrieb. Es konnten jedoch alle Stationen im gesamten Stadtgebiet  wieder fahrplanmäßig bedient werden, sagte BVG-Sprecher  Klaus Wazlack. Lediglich bei den Bussen müssten die Fahrgäste mit Einschränkungen rechnen. Hier sei der Verkehr nur zu 90 Prozent wiederhergestellt. Allerdings bestreike die  Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weiterhin die Werkstätten der  BVG. Dies könne in den kommenden Tagen zu Problemen führen.

Der Streik in den Werkstätten werde sich voraussichtlich bis zum Osterfest nicht auf den öffentlichen Nahverkehr auswirken, sagte  Wazlack. Erfahrungsgemäß häufe sich jedoch nach vier bis fünf Tagen  ohne Werkstatt-Service die Zahl der defekten Fahrzeuge. "Unser Optimismus ist deswegen etwas eingeschränkt, was den Verkehr über die Feiertage angeht", sagte Wazlack. Bis zum Wochenende könne  bereits eine größere Zahl an Bussen ausgefallen sein. In den  Werkstätten der BVG erledigen momentan im Notbetrieb 30 Monteure die notwendigsten Reparaturen. Normalerweise arbeiten dort  insgesamt rund 600 Menschen. (ho/AFP/ddp)

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