Demonstration : Proteste gegen Mahnwache Rechtsextremer

Unter dem Motto "Höchste Strafen für Kinderschänder" versammelten sich am Freitag knapp 30 Rechtsextreme in Moabit. Die Gegendemonstration, zu der die Partei "Die Linke" aufgerufen hatte, kam auf ungefähr doppelt so viele Teilnehmer. Beide Aufmärsche verliefen friedlich.

Protest
Linke Demonstranten vor dem Landgericht Moabit. -Foto: dpa

BerlinEin Aufeinandertreffen von rechtsextremen und linken Gruppierungen vor dem Landgericht Moabit ist am Freitag friedlich verlaufen. Es habe keine Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Die Organisation "Freies Nationales Bündnis", die von der ehemaligen Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf Gesine Hennrich gegründet wurde, hatte unter dem Motto "Höchste Strafen für Kinderschänder" zu einer Mahnwache aufgerufen. Linke Gruppierungen hatten dies als Instrumentalisierung der Opfer kritisiert und ebenfalls protestiert.

Auf Seiten der Rechtsextremen waren 20 bis 30 Teilnehmer erschienen, von den Gegendemonstranten etwa 60, sagte die frauenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Evrim Baba, die zu den Protesten aufgerufen hatte. Baba hatte zuvor gewarnt, die Nazis würden emotionale Themen wie Kindesmissbrauch ausnutzen, um sich selbst als "sympathische politische Alternative" zu präsentieren. Diese Taktik gehöre zur Normalisierungsstrategie der Rechten.

Zu den Gegenprotesten hatte auch die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) aufgerufen. Die "selbst ernannten Kinderschützer" hätten kein Recht, Opfer von Gewalttaten für ihre Ziele zu missbrauchen, betonte der VVN-BdA vorab. Es gehe den Neonazis nicht um Kinderschutz, sondern um den Abbau demokratischer Rechte. Sie nutzten das Thema Kindesmissbrauch, um sich und ihren Parolen Gehör zu verschaffen. (am/ddp)

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