Drogen : Senat will Heroinabgabe unterstützen

Der Senat will sich für eine Heroinabgabe an Schwerstabhängige einsetzen. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher möchte Heroin kontrolliert an etwa 300 stark Süchtige in der Stadt abgeben.

Der Senat will sich für eine Heroinabgabe an Schwerstabhängige einsetzen. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) möchte Heroin kontrolliert an etwa 300 stark Süchtige in der Stadt abgeben. Anders als bei der Behandlung mit Methadon gebe es dadurch in einigen Fällen eine größere Chance auf Heilung, sagte Lompscher. Langzeitstudien etwa in Hamburg hätten bewiesen, dass Schwerstabhängigen durch Methadon nicht geholfen werden kann, da sie unter anderem mit Depressionen auf den Ersatzstoff reagierten. Die Süchtigen verlangten weiterhin nach Heroin, viele von ihnen würden deshalb trotz Methadon-Behandlung Straftaten begehen, um an die Droge zu kommen.

Lompscher will die Länder Hamburg und Hessen unterstützen, die in wenigen Wochen eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen wollen: Diamorphin, also klinisch reines Heroin, soll demnach unter ärztlicher Aufsicht in speziellen Einrichtungen an Süchtige abgegeben werden. Sollte die Initiative die erforderliche Mehrheit auch im Bundestag erhalten, wäre der Weg auch in Berlin frei für eine diamorphingestützte Behandlung Heroinabhängiger. In Berlin befürchtet man im Bundesrat nun Widerstand der Länder Bayern und Baden-Württemberg. Im Bundestag hoffe man auf die Einsicht der Unionsfraktion. Für den Haushalt 2009/10 hat die Senatsgesundheitsverwaltung vorsorglich Landesmittel angemeldet, hieß es: 280 000 Euro seien für zwei Berliner Ambulanzen eingeplant.

Die Diamorphin-Behandlung solle keine Standardtherapie werden, sondern nur in Einzelfällen angewendet werden. Es handele sich um eine der Methadonabgabe „nachrangige Behandlungsform“, sagte Lompscher. Insgesamt seien in Berlin zwischen 8000 und 10 000 Personen opiatabhängig. hah

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