Energieversorgung : SPD geht auf Konfrontation mit Vattenfall

Die rot-rote Koalition will Objekte des Landes in Zukunft ohne Atomstrom versorgen. Man lässt derzeit überprüfen, ob man Unternehmen ausschließen kann, die auch Atomstrom produzieren. Damit würde Vattenfall das Land Berlin als Kunden verlieren.

BerlinDie rot-rote Koalition geht auf Konfrontation mit dem Stromanbieter Vattenfall. Die SPD-Fraktion habe den Wissenschaftlichen Parlamentsdienst des Abgeordnetenhauses beauftragt, ein Gutachten zur Stromlieferung an das Land Berlin zu erstellen, berichtet die "Berliner Morgenpost". Mit dem Fragenkatalog solle ermittelt werden, ob der Ausschluss von Atomstromproduzenten an der europaweiten Ausschreibung des Strombezugs für Objekte des Landes zulässig sei. Außerdem solle das Gutachten klären, ob in der Ausschreibung Kriterien für die Zuverlässigkeit von Energieunternehmen festgelegt werden könnten und ein eventueller Ausschluss auch für Tochterunternehmen gelte.

Vattenfall liefert seit Anfang 2007 bis Ende 2009 für jährlich etwa 87 Millionen Euro Strom an das Land Berlin. Die Koalition hatte festgelegt, dass auf Atomenergie verzichtet werden soll. Berlin wird den Angaben zufolge von Vattenfall mit Strom aus Kräft-Wärme-Kopplung und Wasserkraft beliefert. Sollten Atomstromproduzenten generell von der Ausschreibung des Landes ausgeschlossen werden, würde der Stromkonzern, der in Deutschland drei Kernkraftwerke betreibt, das Land Berlin als Kunden verlieren. (mit ddp)

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