Etat : Sparen bei der Jugend

Die 34 Jugendverbände in Berlin fühlen sich vom Senat vernachlässigt. Seit dem Jahr 2000 ging die öffentliche Förderung von 2,7 Millionen Euro auf etwa 2,2 Millionen Euro zurück. Das entspricht einer Kürzung um 19 Prozent.

In den laufenden Haushaltsberatungen wurde die Forderung des Bildungssenators Jürgen Zöllner (SPD), angesichts der wachsenden Angebote für Jugendliche (Ferienfreizeiten, internationale Begegnungen, außerschulische Bildung usw.) die Zuschüsse für 2010/11 um sieben Prozent zu erhöhen, vom Finanzsenator Ulrich Nußbaum abgeschmettert. Heute beschließt der Senat den Etatentwurf für 2010/11.

Die Finanzverwaltung weist darauf hin, dass die Jugendverbände auch künftig aus Lottomitteln finanziert und voraussehbare Deckungslücken aus dem Landeshaushalt ausgeglichen werden. Wie in den vergangenen Jahren stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung, um den Lottotopf für die gesamte Jugendförderung aufzufüllen. Die Lottostiftung selbst stellt jeweils 25 Prozent ihrer Ausschüttungen für die Bereiche Jugend und Sport zur Verfügung. Das ist gesetzlich festgelegt. Allerdings gehen die Einnahmen aus dem Glücksspielgeschäft seit Jahren zurück. Waren es 2004 noch 59,8 Millionen Euro, wurden im letzten Jahr nur noch 46,3 Millionen Euro eingespielt.

„Deshalb befürchten wir, dass die ergänzenden Mittel aus dem Landeshaushalt die schwindenden Lottoeinnahmen ab 2010 nicht mehr ausgleichen können“, sagt Burkhard Rooß, im Vorstand des Landesjugendrings zuständig für die Finanzen. Der Landesjugendring wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Das Jubiläum wird am 17. September mit einem Festakt gefeiert. Im Landesjugendring sind unter anderem Pfadfinder, Jugendverbände der Kirchen, Gewerkschaften und Wohlfahrtsorganisationen, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks, Sportjugend, Falken, Jungdemokraten, Landesschülervertretung und Naturfreundejugend organisiert. Die Verbände mit 80.000 ehrenamtlichen Helfern erreichen mit ihren Angeboten 375 000 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 27 Jahren. za

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben