Exzellenzinitiative : Alle freuen sich über den FU-Erfolg

Selten einträchtig herrschte gute Stimmung bei Regierung und Opposition. Eine Elite-Universität - davon profitiert die ganze Stadt. Und Berlin geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Wissenschaftsstandort.

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Elite-Universität. Die Freie Universität gehört zu den Gewinnern. -Foto: ddp

BerlinBerlin verfügt mit der als Elite-Universität ausgezeichneten Freien Universität (FU) nach Darstellung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) über einen international anerkannten "Leuchtturm der Wissenschaft". Auch die FU sieht in ihrem neuen Status einen "großen Gewinn". Mit der Entscheidung im Exzellenz-Wettbewerb beginne ein "neues Kapitel" in der Geschichte der Hochschule, sagte FU-Präsident Dieter Lenzen. Auch SPD und FDP gratulierten der FU, die sich im bundesweiten Exzellenzwettbewerb um eine Spitzenförderung durchgesetzt hatte. Dagegen ging die Humboldt-Universität (HU) wie schon in der ersten Phase 2006 leer aus.

Der Senat sehe sich durch den Erfolg in seinem Ziel bestätigt, Wissenschaft und Forschung zum Schwerpunkt der Politik zu machen, sagte Wowereit. Das Ergebnis der Initiative sei eine Ermutigung auf diesem Weg. Auch Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner betonte die Stärke des Wissenschaftsstandortes Berlin. Für die FU wird die Auszeichnung nach den Worten Zöllners "das Fundament für den Aufbau eines weltweiten Spitzenrenommees" sein.

FU-Präsident sieht sich für die Zukunft gerüstet

Die FU setze mit ihrem Zukunftskonzept die erfolgreiche Strategie der internationalen Netzwerkbildung fort und könne so den richtigen Weg beschreiten, um die Herausforderungen der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu meistern, sagte Lenzen. Neben der Spitzenförderung kam die FU mit je zwei Forschungsverbünden, sogenannten Clustern, und Graduiertenschulen zum Zuge. An weiteren Projekten war sie beteiligt.

Der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, gratulierte der FU und verwies darauf, dass seine Universität im Ostteil Berlins als einzige der acht verbliebenen Kandidaten erst seit 17 Jahren ein Teil des bundesdeutschen Wissenschaftssystems sei. Die Universität sei trotz der negativen Entscheidung auf dem richtigen Weg, habe aber das Ziel noch nicht erreicht.

HU-Präsident macht weiter

Ein Rücktritt, wie für ein weiteres Scheitern in Aussicht gestellt, kommt für Markschies aber nicht in Frage. Die Gutachter hätten das Zukunftskonzept, das er als sein eigenes betrachte, als mutig gewürdigt, sagte der HU-Präsident. Aus diesem Grund werde er daran mitwirken, es mit aller Energie umzusetzen. Da sich die HU aber mit einem sogenannten Cluster, also einem Forschungsverbund, und zwei Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durchsetzen konnte, sind ohnehin "Trauer und Freude gemischt", so Markschies.

Insgesamt erhalten neun deutsche Hochschulen eine Förderung als Elite-Universität. Drei von ihnen waren bereits 2006 ausgewählt worden. Der Bund unterstützt Elite-Universitäten bis 2011 mit jeweils 21 Millionen Euro pro Jahr, die von den Ländern um 25 Prozent aufgestockt werden müssen. (mit ddp)

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