Fahrpreise : Wieder Sammelkarten im Nahverkehr

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer und die Verkehrsunternehmen haben sich nach Tagesspiegel-Informationen auf ein Tarifkonzept für 2008 geeinigt. Die 1997 abgeschaffte Sammelkarte wird wieder eingeführt. Monats- und Jahresfahrkarten werden teurer.

Klaus Kurpjuweit

Für Fahrten mit Bahnen und Bussen gibt es bald wieder Sammelkarten zu ermäßigten Preisen. Und wer einen Einzelfahrschein kauft, soll nach der nächsten Tarif-„Anpassung“, voraussichtlich im April 2008, auch nicht mehr bezahlen müssen als heute. Allerdings werden Rückfahrten deshalb auch weiter nicht erlaubt sein. Monats- und Jahreskarten steigen „moderat“; pro Monat sollen hier die Preise höchstens um zwei Euro steigen. Bei der Tariferhöhung zum 1. April 2007 stieg der Preis für eine Monatskarte AB um drei Euro.

Auf das neue Tarifkonzept haben sich nach Tagesspiegel-Informationen gestern Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und die Verkehrsunternehmen der Stadt geeinigt. Heute soll der Senat das Konzept beschließen, am Donnerstag wird dann der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) darüber abstimmen. Offizielle Stellungnahmen zu dem Konzept gab es vorher noch nicht.

Die Sammelkarte gilt für vier Fahrten und wird acht Euro kosten. Damit verbilligt sich die Fahrt jeweils um zehn Cent. Ein normaler Einzelfahrschein kostet innerhalb des Stadtgebietes weiter 2,10 Euro; damit bleibt dieser Preis erneut unverändert. Für die Rückkehr der Sammelkarte hatte sich vor allem Junge-Reyer eingesetzt.

Auch die Möglichkeit, mit dem Einzelfahrschein innerhalb von zwei Stunden wieder wie bis August 2004 Rückfahrten zuzulassen, hatte die Senatorin ins Gespräch gebracht. Das hätte aber zu einem erheblich höheren Preis geführt.

Unverändert bleiben auf Wunsch der Senatorin auch die Tarife für Schüler- (26 Euro) und Geschwisterkarten (16 Euro). die zuletzt ebenfalls nicht erhöht worden waren. Junge-Reyers Idee, auch verbilligte Seniorenkarten anzubieten, ist dagegen zumindest vorläufig gescheitert. Hier soll es vorher eine neue „Machbarkeitsstudie“ geben.

Die Kurzstrecke verteuert sich dagegen um 10 Cent, wobei Umsteigen beim Bus und bei der Straßenbahn weiter nicht gestattet sind. Auch der Plan der S-Bahn, die Tageskarte im Preis zu senken und so zum künftigen Standardangebot zu machen, fand keine Mehrheit. Klaus Kurpjuweit

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