Haushalt : Zentralbibliothek: Mehr Platz für Leser und Bücher

Kompakt soll sie werden, aber auch ästhetisch ansprechend. Die neue Zentralbibliothek soll ausreichend Platz bieten für Leser und Arbeitsgruppen, aber auch für mehr Bücherregale als bisher.

Lars von Törne

Claudia Lux, Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), hat genaue Vorstellungen, was die neue Zentralbibliothek leisten soll, auf die sich der Senat jetzt geeinigt hat. „Wir freuen uns sehr“, sagt die promovierte Sinologin, die die beiden seit Jahren unter Platznot leidenden Häuser der ZLB leitet: die Amerika-Gedenkbibliothek am Kreuzberger Blücherplatz und die Stadtbibliothek in der Breiten Straße in Mitte.

Nun gehe es darum, die Senatsentscheidung für den mit 250 bis 300 Millionen Euro veranschlagten Neubau zu planen. „Wir sind vorbereitet“, sagt Lux. Es gebe bereits ausführliche Konzepte, was die Bibliothek leisten soll, die in der südwestlichen Ecke des ungenutzten Tempelhofer Flughafenareals entstehen soll.

67 000 Quadratmeter groß soll das Haus werden, das nahe des U- und S-Bahnhofs Tempelhof geplant ist. Derzeit stehen in beiden Häusern der ZLB nur 42 000 Quadratmeter für 3,4 Millionen Bücher und elektronische Medien zur Verfügung – zu wenig, um den Bedürfnissen der durchschnittlich 5000 bis 6000 Nutzer pro Tag gerecht zu werden, sagt Lux. Sie hofft auf mehr Arbeitsplätze für unterschiedliche Lesergruppen sowie mehr Regale, damit nicht nur zehn Prozent des Medienbestandes wie bisher, sondern bis zu 30 Prozent den Nutzern direkt zugänglich werden.

Bei der Opposition stößt das von Klaus Wowereit (SPD) in der Senatsklausur am Montag durchgesetzte Vorhaben dagegen auf wenig Gegenliebe. Die CDU wirft dem Regierenden Bürgermeister vor, das Projekt diene seiner „Eitelkeit“ und nicht dem Bürger. Für die Grünen wäre das alte Tempelhofer Flughafengebäude der richtige Ort für die Bibliothek. Und die FDP spricht von einer „eindeutigen strategischen Fehlentscheidung“.

Bibliothekschefin Lux kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Es muss doch allen Parteien bewusst sein, dass dies eine Investition in die Köpfe der Menschen ist, wie sie alle immer fordern“, sagt sie.

Auch wenn es noch nicht mal einen Bauwettbewerb für das Haus gibt, haben Lux und ihr Baureferent Jonas Fansa schon einen Zeitplan: 2014 soll es den ersten Spatenstich geben, drei bis vier Jahre später soll die neue Zentralbibliothek eröffnet werden. lvt

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