Herkunftsabfrage : Rot-Rot streitet über Polizeistatistik

Die Integrationssenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) lehnt das neue Verfahren der Berliner Polizei ab, die neuerdings bei jeder Straftat auch die Herkunft der Täter erfasst. "Ich habe ein Problem damit", sagt die Politikerin. "Dadurch schafft man Deutsche erster und zweiter Klasse."

BerlinSeit Oktober 2008 fragt die Berliner Polizei auch bei Straffälligen mit einem deutschen Pass nach fremdländischen Wurzeln und notiert eine „nicht-deutsche Herkunft“, wenn die Betroffenen früher einen ausländischen Pass hatten oder Nachkommen von Ausländern oder Neudeutschen sind.

Knake-Werner findet den Vorstoß ihres Senatskollegen Ehrhart Körting (SPD) „völlig falsch“. Darüber hat sie mit dem Innensenator bereits gesprochen, so sagt sie, und werde das auch noch einmal tun. Dass Eingebürgerte mit Migrationshintergrund als solche in der Kriminalitätsstatistik erfasst werden, sei eine „Etikettierung, die stigmatisiert und Stammtische bedient“. Knake-Werner könne nachvollziehen, dass Zuwanderer in Berlin dadurch den Eindruck bekommen, dass die Regel „einmal Ausländer, immer Ausländer“ zutrifft. Das mache Einbürgerungen unattraktiv und vertiefe die Spaltung der Gesellschaft.

Tatsächlich machen türkische Zeitungen in Deutschland seit zwei Tagen mit dem Thema auf. „Skandal in Berlin“, schreibt etwa das Massenblatt „Hürriyet“. Es zitiert Türken aus der Hauptstadt, die „wütend sind auf die diskriminierende Praxis“ der Polizei. „Egal was wir tun, sie werden uns immer als Ausländer sehen“, steht da. fat

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