Ihre Meinung! : Senatoren: Mädchen und Jungen getrennt unterrichten

Mädchen und Jungen sollen getrennt lernen In manchen Fächern sei das besser. Das meinen die beiden Senatoren Jürgen Zöllner und Harald Wolf. Der eine leitet das Schul-, der andere das Wirtschafts- und Frauenressort. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

Anja Kühne
schüler
Gemeinsame Experimente. Jungen und Mädchen finden oft auf unterschiedliche Art Zugang zu Naturwissenschaften - ein Grund für...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Im rot-roten Senat wird darüber nachgedacht, Jungen und Mädchen in den Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik getrennt unterrichten zu lassen. „Koedukation ist in manchen Fächern nicht optimal“, sagte Wirtschafts- und Frauensenator Harald Wolf (Linke) am Mittwoch zu den Ergebnissen der Grundschulstudie „Timss“. Dabei würden Rollenstereotype eingeübt. Seien Mädchen im Grundschulalter für diese Fächer noch sehr aufgeschlossen, würde sich das mit der Pubertät ändern. Ähnlich äußerte sich auch Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD). Wenn Jungen und Mädchen in Naturwissenschaft und Technik zusammen unterrichtet würden, erklärte er, schafften es die Jungen immer, „selbst in den Computer zu schreiben“. Ob es tatsächlich zu einer Abkehr von der Koedukation kommt, ist allerdings völlig offen.

Nach der neuen Grundschulstudie „Timss“ ist der Vorsprung von Jungen in den Naturwissenschaften in Deutschland so groß wie in keinem der weltweit untersuchten 36 Länder und sieben Regionen.

Die GEW Berlin hält von dem Vorstoß der Senatoren nichts. „Wir brauchen keine Sonderschule für Mädchen“, sagte die Referentin Sabine Dübbers. Gegen kurze, „projektbezogene“ Phasen, in denen Mädchen von Jungen schon jetzt an Schulen gelegentlich getrennt unterrichtet würden, sei aber nichts einzuwenden.

Für Detlef Pech, Professor für Grundschulpädagogik des Sachunterrichts an der Humboldt-Universität, ist die Idee „eine olle Kamelle“. Zwar sei zu erkennen, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Stärken und Schwächen hätten. Doch diese durch Geschlechtertrennung anzugehen, sei falsch: „Das negiert die vielen anderen Unterschiede zwischen den Schülern“, sagt Pech. Die Schule solle lieber jedem Kind gezielt Angebote machen. Dabei dürfe die Prägung durch die gesellschaftlichen Rollenzuweisungen durchaus berücksichtigt werden. So falle Mädchen wegen ihrer Sozialisation die Entdeckung technischer Phänomene leichter, wenn diese alltagsnah präsentiert würden. Hier könne eine gute Lehrer fortbildung helfen. 

Sollten Jungen und Mädchen in manchen Fächern wie Naturwissenschaften getrennt voneinander unterrichtet werden, damit sie besser lernen können? Oder ist eine Geschlechtertrennung Quatsch und die Schulen sollten zum Beispiel eher mehr auf die einzelnen Fähigkeiten der Schüler eingehen? Sagen Sie uns Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar unter den Artikel!

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