Innenministerium : Schäuble stellt Baupläne vor

Der Baubeginn für das neue Innenministerium ist für das Jahr 2011 geplant. Insgesamt 175 Millionen Euro soll der Neubau des Ministeriums neben dem Bundeskanzleramt und in Laufweite des Hauptbahnhofs kosten.

Tim Klimeš

„Z“, wie Zentrum der Macht? Die Motivation ist unklar, fest steht jedoch: Für das Bundesinnenministerium wird ein Gebäudekomplex in Form von drei zusammengesetzten „Z“ entstehen. 2014 soll er fertiggestellt sein.

Vier Wochen nachdem die Entscheidung des Preisgerichts gefallen ist, stellte am Montag Abend Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) gemeinsam mit Staatssekretär Engelbert Lütke-Daldrup aus dem Bauministerium das Modell des neuen Innenministeriums im Kronprinzenpalais Unter den Linden vor. Das Berliner Architektenbüro Müller/Reimann hatte, wie berichtet, den Wettbewerb für den Neubau auf dem Moabiter Werder unter 280 Konkurrenten für sich entschieden. 1996 hatten die Architekten bereits das Auswärtige Amt am Werderschen Markt geplant.

Es sei gut, dass sie ein paar Wochen Zeit hatten, den Sieg zu verdauen, sagte Ivan Reimann gestern – „sonst wären wir hier vor Freude rumgehüpft“. Eine besondere Herausforderung, so Reimann, sei es gewesen, die städtebaulichen Vorgaben mit den erhöhten Sicherheitsanforderungen des Ministeriums in Einklang zu bringen. Er sei sich sicher, „dass alle Probleme gelöst wurden.“

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Umgeben vom Haus der Kulturen der Welt (1), Kanzleramt (2), Kanzlergarten (3), Polizeiwache (4), und Stadtbahn (5) liegt der...Simulation: promo


Insgesamt 175 Millionen Euro soll der Neubau des Ministeriums neben dem Bundeskanzleramt und in Laufweite des Hauptbahnhofs kosten. Anfangs rechnete der Bund mit Kosten in Höhe von 192 Millionen Euro. Nach der Kritik des Haushaltsauschusses wurden Büros kleiner und Flure enger, das sparte Geld. Außerdem fällt jetzt die Tiefgarage weg.

Auf den ersten Blick wirke das geplante Haus „merkwürdig verzerrt“, sagte Preisrichter Jan Kleihues bei der Präsentation. Doch bei genauerer Betrachtung füge es sich wie selbstverständlich in das Grundstück ein. „Unaufdringliche Präsenz“ nennt die Jury das.

Das Gelände am Moabiter Werder, auf dem der Entwurf ab 2011 gebaut werden soll, befindet sich bereits in Bundesbesitz. Zu dem rund 31.000 Quadratmeter großen Areal sollen nun noch zwei benachbarte Grundstücke hinzukommen. Dadurch wird gewährleistet, dass in Zukunft alle Mitarbeiter des Ministeriums in dem neuen Gebäudekomplex unterkommen und nicht, wie derzeit, auf verschiedene Dependancen verteilt sind.

Vor der Ausschreibung stritten Ministerium und Haushaltsausschuss, ob die Behörde überhaupt umziehen müsse. Schäuble argumentierte vor allem mit der Wirtschaftlichkeit eines neuen Gebäudes. Für den jetzigen Standort in Moabit werden jährlich 8,2 Millionen Euro Miete fällig. Das sei langfristig zu teuer.

Bemängelt wurde neben der Wirtschaftlichkeit auch die Sicherheit des alten Ministeriums: Der Komplex am Moabiter Spreebogen sei durch seine für jedermann zugängliche Tiefgarage gefährdet. Dieses Problem zumindest wird es im Neubau nicht geben.

Innenminister Schäuble erklärte am Rand der Präsentation, das Restaurant „Paris-Moskau“, das direkt vor dem Neubau an der Straße Alt-Moabit steht, könne uneingeschränkt weitermachen: „Das Restaurant bleibt wo es ist“, sagte der Minister. Immerhin stehe das Gebäude unter Denkmalschutz.

Die Ausstellung der Entwürfe ist bis 7. Dezember, montags bis sonnabends von 12 bis 19 Uhr im Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, zu sehen.

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