Jugendgewalt : Senat zufrieden mit Straßensozialarbeit

Berlins Politiker sehen klare Erfolge bei Streetwork und mobiler Jugendarbeit, bei denen es darum geht, Gewalt vorzubeugen und auf der Straße lebenden Jugendlichen zu helfen. Ein gemeinsamer Bericht fordert aber auch einen Ausbau der Konzepte.

BerlinStreetwork und mobile Jugendarbeit sind in Berlin wirksame Instrumente zur Gewaltprävention und Betreuung von auf der Straße lebenden Jugendlichen. Das geht aus einem vom Senat in Auftrag gegebenen Bericht hervor, der gemeinsam von Vertretern des Senats, des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und den Jugendprojekten "Gangway" und "Outreach" vorgestellt wurde.

Demnach bewerten mehr als 80 Prozent der Betreuten und 90 Prozent der Kooperationspartner wie Polizei, Justiz und Jugendeinrichtungen die Arbeit als wichtig. Zugleich mache der Bericht aber deutlich, dass die Konzepte kontinuierlich weiterentwickelt werden müssten, sagte Herbert Scherer von "Outreach". Die beiden Projekte betreuten 2006 etwa 4350 Jugendliche.

Kooperation mit Schulen und Justiz ist noch verbesserungsfähig

Elvira Berndt von "Gangway" begrüßte, "dass mal jemand genauer hingeguckt hat". Gegenüber dem Tagesspiegel hegte sie die Hoffnung, mit ihren Projekten jetzt auch auf mehr Offenheit bei Schulen und Justizbehörden zu stoßen. Mehr finanzielle Unterstützung von der Stadt erwartet sie hingegen nicht.

Dem Bericht zufolge beschäftigt sich Straßensozialarbeit überwiegend mit Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Die Mehrheit von ihnen verfüge über mangelhafte schulische Qualifikationen. Rund ein Drittel der betreuten Jugendlichen habe sich bereits vor einem Jugendgericht verantworten müssen. Jeder zweite komme aus einer Einwandererfamilie. Nach groben Schätzungen schaffe nur etwa jeder zweite den Übergang in einen geregelten Alltag, sagte Scherer.

Künftig solle die Arbeit mit den Schulen weiter intensiviert werden, sagte Wolfgang Penkert von der Senatsbildungsverwaltung. Seinen Angaben zufolge unterstützt das Land die Straßensozialarbeit jährlich mit mehr als zwei Millionen Euro. (bsc mit ddp)

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