Kassensturz : Beteiligungen und Überschuss

von

TAFELSILBER

Das Land Berlin ist an 48 Unternehmen privaten Rechts und neun Anstalten des öffentlichen Rechts unmittelbar beteiligt, davon an 37 Gesellschaften mehrheitlich. Anfang der Neunziger hielt Berlin noch fast hundert Landesbeteiligungen. Durch Fusionen, In-Sich-Geschäfte und Verkäufe schrumpfte das staatliche Vermögen auf den heutigen Stand. Aber noch immer engagiert sich das Land unternehmerisch in den Bereichen Kredit- und Wohnungswirtschaft, Verkehr und Dienstleistungen, Ver- und Entsorgung, Kultur und Freizeit, Wissenschaft und Gesundheit. Von A wie „Amt für Statistik“ bis Z wie „Zoologischer Garten“. An der Zoo AG hält der Senat aber nur noch eine Aktie. Aktueller Börsenkurs: 3000 Euro.

BILANZEN

Die Berliner Landesunternehmen verfügten Ende 2008 über ein Eigenkapital von 8,86 Mrd. Euro. Sie beschäftigten 46 800 Mitarbeiter, investierten 1,17 Mrd. Euro und erzielten einen Jahresüberschuss von 156 Millionen Euro.

IMMOBILIEN

Der Senat hat erst 2001 damit begonnen, landeseigene Flächen in der Stadt systematisch und mit professionellem Know-how zu verkaufen. Zuständig dafür ist der Liegenschaftsfonds mit rund 100 Mitarbeitern. Das Angebot von derzeit mehr als 5000 Immobilien reicht von Fabrikhallen und Gewerbegrundstücken bis zu Denkmälern und Eigenheimen. Der Liegenschaftsfonds hat seit Gründung der landeseigenen Gesellschaft ein Grundvermögen im Wert von zwei Milliarden Euro veräußert. Wegen der Finanzmarkt- und Immobilienkrise wurden im Haushalt 2010/11 lediglich bescheidene Ziele gesetzt: Nur noch 100 Millionen Euro jährliche Verkaufserlöse sind im Etat eingeplant. Zu den vorerst letzten spektakulären Vermögensgeschäften zählte Ende 2009 der Verkauf der Raststätte Dreilinden am früheren Grenzkontrollpunkt.

MEHRWERT

Die Berliner Landesunternehmen haben, jedenfalls teilweise, immer noch ein Imageproblem. Dem versuchen sie seit Frühjahr 2009 mit der gemeinsamen Initiative „Mehrwert berlin“ entgegenzutreten. Mit Veranstaltungen und Informationen soll die Öffentlichkeit davon überzeugt werden, dass sich die Landesbetriebe aktiv für ein „ökonomisch, ökologisch und gesellschaftspolitisch wertvolles Berlin“ engagieren. za

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