Klausurbetrug : Gericht: Matheprüfung wird wiederholt

Die Wiederholung der Matheprüfung an Berliner Oberschulen ist rechtmäßig, so entschied das Berliner Verwaltungsgericht. Rund 28.000 Zehntklässler müssen erneut zur Klausur antreten. Die Anwältin einer Schülerin will Beschwerde einlegen.

BerlinDie geplante Wiederholung der zentralen Matheprüfung des Mittleren Schulabschlusses wegen Betrugsvorwürfen ist rechtmäßig. Das Berliner Verwaltungsgericht wies am Donnerstag die Eilanträge einer Realschülerin und eines Schülers einer Gesamtschule zurück. Die Jugendlichen wollten per einstweiliger Verfügung erreichen, dass die am Mittwoch vergangener Woche abgelegte Mathematikprüfung bewertet wird und nicht wiederholt werden muss.

Nach Auffassung der Richter ist es unerheblich, ob den beiden antragstellenden Schülern konkret vorgeworfen werden könne, die Aufgaben gekannt zu haben. Vielmehr liege es auch im Interesse derjenigen Schüler, die von sich behaupten, die Aufgaben nicht gekannt zu haben, dass der Test "unter prüfungsrechtlich einwandfreien und damit fairen Bedingungen wiederholt wird".

Schüler reagierten enttäuscht

Nach dem zentralen Test für die Mittlere Reife hatte es an 69 Schulen Anzeichen für einen Betrug gegeben. Einige der Schüler sollen schon vorab in den Besitz der Aufgaben sowie Lösungen gekommen sein. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) kündigte daraufhin an, dass die Prüfung am Montag den 23. Juni wiederholt wird. Von dieser Entscheidung, gegen die es teilweise massive Proteste gab, sind rund 28.000 Berliner Schüler an 346 Schulen betroffen.

Die Rechtsanwältin der Zehntklässlerin kündigte Beschwerde gegen die Entscheidung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg an. Vor dem Abgeordnetenhaus demonstrierten am Donnerstag rund 100 Schüler gegen die Wiederholung der Prüfung. Die Schüler selbst sind jedoch mit ihrem Latein am Ende. Der Anmelder der Schülerdemonstration, Kay Dennis Cholewinski, reagierte überrascht auf das Urteil: "Wir sind total enttäuscht." Es gebe nun keine weiteren Pläne mehr, gegen die Entscheidung anzukämpfen. (jg/ddp)

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