Klimaschutz : 30 Millionen Euro für Sanierung von Kitas und Schulen

Bund und Land wollen jeweils 15 Berliner Schulen und Kindertagesstätten sowie drei Bäder energetisch sanieren. Damit sollen Energiekosten von 600.000 Euro pro Jahr eingegespart werden. Die Grünen bemängeln den Beschluss. Für den Klimaschutz sei das zu wenig.

BerlinKnapp 30 Millionen Euro werden in diesem Jahr für die energetische Modernisierung von 33 Berliner Schulen, Kitas und Bädern zur Verfügung gestellt. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sagte am Dienstag, hierdurch würden voraussichtlich pro Jahr rund 9,9 Millionen Kilowattstunden gespart. Dies entspreche Energiekosten von etwa 600.000 Euro im Jahr. Der Kohlendioxidausstoß sinke um jährlich 1775 Tonnen.

Saniert werden jeweils 15 Schulen und Kindertagesstätten sowie drei Bäder. Junge-Reyer rechnet damit, dass bis zum Auslaufen des Pakts im Jahr 2013 knapp 100 soziale Einrichtungen in Berlin energetisch saniert werden. Insgesamt haben die Bezirke in einer Befragung 255 Liegenschaften mit hoher Dringlichkeit an energetischen Sanierungsmaßnahmen gemeldet.

Der Investitionspakt zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zur energetischen Modernisierung sozialer Infrastruktur hat für Berlin 2008 ein Gesamtvolumen von 29,5 Millionen Euro. Nach Senatsangaben werden davon zwei Drittel vom Land kofinanziert.

Nur "kleinste Maßnahmen"

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig bemängelte, statt endlich ein solides und umfassendes Klimaschutzprogramm zu beschließen, würden vom Senat nur "kleinste Maßnahmen" in Auftrag gegeben. Sie forderte unter anderem, die zinsgünstigen Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für kommunale Klimainvestitionen in Berlin nutzbar zu machen. Es sei peinlich, wenn Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) dies selbst lautstark fordere, während der Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) es daraufhin "umgehend dementieren lässt".

Sarrazin hatte laut Medienberichten skeptisch auf den Vorstoß von Wolf (Linke) reagiert, den Verwaltungsgesellschaften der landeseigenen Immobilien zur energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu erlauben, Kredite aufzunehmen. Junge-Reyer zufolge wird der Vorschlag derzeit von der Senatsfinanzverwaltung geprüft. (pb/ddp)

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