Kongresszentrum : Senat lässt Zukunft des ICC untersuchen

Der Senat gibt weitere Gutachten zur Zukunft des Internationalen Congress Centrums in Charlottenburg in Auftrag. Es sollen mehrere Sanierungsvarianten geprüft werden.

BerlinDer Senat gibt weitere Gutachten zur Zukunft des Internationalen Congress Centrums (ICC) in Charlottenburg in Auftrag. Unter Berücksichtigung des derzeitigen und künftigen Kongressangebotes in Berlin sollten verschiedene Sanierungsvarianten durch die Studien geprüft werden, sagte die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD), nach der Sitzung der Landesregierung. Dadurch wolle der Senat "größere Sicherheit" bei seiner Entscheidung über des ICC bekommen.

Bei den Gutachten soll unter anderem analysiert werden, was eine Sanierung des ICC bei laufendem Betrieb kosten würde. Gegenstand ist aber auch die Prüfung eines Neubaus. Die Senatorin bezifferte die Kosten für die Gutachten auf bis zu 400.000 Euro. Die Ergebnisse sollen spätestens in sechs Monaten vorliegen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Volker Thiel, kritisierte, dass sich der Senat schon wieder um eine Entscheidung zum ICC "drückt". Dies verunsichere Kongressausrichter und schade dem Wirtschaftsstandort Berlin. Gutachten zum ICC gebe es genug, sagte Thiel. Berlin brauche jetzt eine Entscheidung.

Langer Koalitions-Knatsch über Zukunft des ICC

In der rot-roten Koalition bestehen seit längerem Differenzen über das für den Westteil der Stadt symbolträchtige ICC, dessen Unterhalt jährlich mit einem Millionenbetrag aus dem Landeshaushalt bezuschusst wird. Während die SPD sich wiederholt für weitere Gutachten aussprach, forderte die Linke eine schnelle Entscheidung.

Laut einem Gutachten werden die Kosten für einen Neubau auf 75 bis 80 Millionen Euro, für die Sanierung des ICC auf 140 bis 150 Millionen Euro geschätzt. Ein kompletter Umbau des ICC wird von Experten mit mehr als 200 Millionen Euro veranschlagt. (mit ddp)

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